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Serebrennikow durfte überraschend aus Russland ausreisen

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Nach 4,5 Jahren erstmals im Ausland: Kirill Serebrennikow.
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Hamburg – Der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow ist überraschend am Hamburger Thalia Theater eingetroffen. Seit Montag leitet er dort die Proben seiner Inszenierung von Tschechows Erzählung „Der schwarze Mönch“.

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Hinter Serebrennikow liegen ein über vier Jahre striktes Reiseverbot und zahlreiche Inszenierungen per Zoom und Video in ganz Europa. So setzte der international gefeierte Impresario beispielsweise im April 2021 an der Wiener Staatsoper Richard Wagners Oper „Parsifal“ neu aufgemacht in Szene – damals eben noch vom Moskauer Home-Office aus. Passenderweise ließ er den Wiener „Parsifal“ in einem Gefängnis spielen – ein deutlicher Fingerzeig auf eigene, stark beschränkte Freiheiten.

Der 1969 geborene Russe war im Sommer 2017 verhaftet und in Hausarrest gesetzt worden. Das von der Staatsanwaltschaft geforderte Straflager wegen angeblicher Veruntreuung von Geldern wurde beim Prozess 2020 in eine dreijährige Bewährungsstrafe mit Ausreiseverbot aus Russland umgewandelt. Jetzt habe er sehr plötzlich die Erlaubnis bekommen, in Hamburg zu arbeiten, hieß es.

Serebrennikow sagte laut Mitteilung des Theaters bei seiner Ankunft am Hamburger Flughafen: „Ich bin sehr, sehr froh und glücklich, dass Hamburg die erste europäische Stadt ist, in der ich nach viereinhalb Jahren wieder arbeiten darf. Denn es ist zugleich die letzte Stadt, in der ich vorher gewesen bin. Das ist ein gutes Zeichen und bestimmt kein Zufall.“

Die Proben zu der internationalen Produktion begannen am 8. November in Moskau und werden seit 4. Jänner in Hamburg fortgesetzt. Die Premiere im Rahmen der Lessingtage ist für den 22. Jänner vorgesehen. Nach der Premiere wird Serebrennikow wegen eines internationalen Films nach Moskau zurückkehren. (APA, mark)


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