Maria Schaffenrath will VP-Absolute in Wattens brechen

Die ehemalige Nationalrätin des Liberalen Forums startet ihr Polit-Comeback mit "Unser Wattens" – und greift die Bürgermeisterliste frontal an. Schaffenrath will Einrichtungen für Kinder und Jugendlichen fördern und die Wirtschaft mit gezielten Maßnahmen unterstützen."

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Vermisst "Transparenz und Kontrolle" in der Wattener Gemeindepolitik: Maria Schaffenrath.
© Michael Domanig

Wattens – Die "jahrzehntelange absolute Macht der ÖVP" zu brechen: So lautet das erklärte Ziel der neu gegründeten Liste "Unser Wattens", die mit Maria Schaffenrath als Spitzen- und Bürgermeisterkandidatin in die Wahlen am 27. Februar geht.

Schaffenrath, von 1994 bis 1999 Nationalratsabgeordnete des damaligen Liberalen Forums, gibt damit auf kommunaler Ebene ein Polit-Comeback - mit einer, wie sie betont, "überparteilichen" Liste. Und sie meldet sich gleich mit massiver Kritik an der Mehrheitsfraktion "Für Wattens - VP" und BM Thomas Oberbeirsteiner zu Wort: Sie lebe seit über 30 Jahren in Wattens, „noch nie war die Unzufriedenheit in der Gemeinde mit der seit Jahrzehnten von der ÖVP dominierten Politik so groß wie jetzt." Schaffenrath kritisiert "Prestigeprojekte in Millionenhöhe" und nennt hier etwa die "Betonwüste Begegnungszone", die nicht zur Belebung des Ortes beitrage, oder das Museum Wattens. Auch die Investitionen in die Destination Wattens Regionalentwicklung GmbH oder die Verpachtung des Sportplatzareals an die WSG Tirol bezeichnet Schaffenrath als Beispiele für Politik, der es aus ihrer Sicht an "Transparenz und Kontrolle" fehle.

Zentrales Ziel sei, die absolute VP-Mehrheit zu knacken. Wattens brauche "dringend einen Neustart", eine "starke Opposition, die ihre Kontrollaufgabe auch wahrnimmt." Die derzeit im Gemeinderat vertretenen SPÖ- und FPÖ-Mandatare seien "im politischen Geschehen leider nicht wahrnehmbar", sie habe von ihnen in den letzten Jahren "kein Nein" gehört.

Die Liste von "Unser Wattens" setzt sich laut Schaffenrath aus 38 Kandidat/-innen zusammen, der Frauenanteil liege über 50 Prozent, verschiedenste Berufsbereiche und Altersgruppen seien vertreten. Zu den Forderungen des Teams zählen "Einrichtungen für die bestmögliche Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen, eine gezielte Belebung der Wirtschaft und vor allem die Einbindung der Bevölkerung in Entscheidungen." Im Zentrum jedes politischen Handelns müssten „die Bedürfnisse der Wattener/-innen“ stehen.

Lange habe sie überlegt, ob sie auch als Bürgermeisterkandidatin ins Rennen gehen solle, sagte Schaffenrath zur TT, sie habe sich schließlich dafür entschieden: "Mehr Konkurrenz wird nicht schaden." (TT, md)


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