In Spiss wirbt Bürgermeister Alois Jäger um Stimmen

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Symbolbild.
© APA/dpa-Zentralbild/Robert Michael

Spiss – Fünf Sterbefälle und keine einzige Geburt in Österreichs höchstgelegener Gemeinde (1628 m): Diese Bilanz aus dem Jahr 2015 macht deutlich, wo die Herausforderung im Bergdorf Spiss (100 Einwohner) liegt. „Volksschule und Kindergarten sind zugesperrt, weil wir zu wenige Kinder haben. Wir können uns nur wünschen, dass die Einwohnerzahl wieder steigt“, zeigt Bürgermeister Alois Jäger auf.

Zuletzt hatte die Neue Heimat Tirol (NHT) mit einem „speziellen Projekt“ im Dorf an der Grenze zur Schweiz aufhorchen lassen: Im denkmalgeschützten Widum entstehen Mietwohnungen, Fertigstellung soll im Frühjahr sein. Weil aber von den Einheimischen kaum Nachfrage besteht, sei man froh über Interessenten aus anderen Regionen. „Wir haben derzeit Anfragen aus Kärnten und aus dem Allgäu“, so Jäger.

Seit 1971 zählt Spiss vier Bürgermeister mit Namen Jäger. Für diese Tradition könnte es eine Fortsetzung geben. Der 51-jährige Alois Jäger strebt eine weitere Amtsperiode an und will Chef des neunköpfigen Gemeinderates bleiben. 2016 bekam er 57 Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 71,4 Prozent. Dass sich eine zweite Liste formiert oder ein weiterer Bürgermeisterkandidat antritt, sei derzeit nicht bekannt.

Dass es im Dorf keinen Lebensmittel-Nahversorger gibt, sei man gewohnt. „Das ist auch kein Problem, weil jeder ein Auto hat“, so der Dorfchef. Sehr wohl erwarte man die Anbindung an das schnelle Glasfaser-Internet. „Die Leitung könnte über Ischgl oder über die Schweiz gelegt werden“, so Jäger. (hwe)


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