Sparbuch bleibt Österreichern bei Vorsorge wichtig

Österreicherinnen und Österreicher bleiben auch im 2. Jahr der Corona-Pandemie laut Umfrage „sorgenvoll“. Finanzielle Vorsorge bleibt wichtig, sehr gerne am Sparbuch, aber auch mit Aktien und Immobilien.

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Am Sparbuch lassen die Österreicherinnen und Österreich immer noch gerne ihr Geld liegen, auch ohne Zinsgewinn.
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Innsbruck, Wien – Die „sorgenvolle Grundstimmung“ bleibe bei den Menschen auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie laut einer Umfrage von Erste Group und Wiener Städtische bestehen, erklärt IMAS-Studienautor Paul Eiselsberg. Wohl ein Grund, warum die Bedeutung der finanziellen Vorsorge zuletzt weiter zugenommen habe. „Die Österreicher sehen hier in der Zukunft, dass Handlungsbedarf gegeben ist“, sagte etwa der Vorstand der Wiener Städtischen Versicherung, Manfred Bartalszky, in einem Online-Pressegespräch.

Als wichtigste Vorsorgethemen werden in der Umfrage Gesundheit (68 Prozent) und das Aufbauen von Reserven für Krisenfälle (68 Prozent)gesehen. Dafür wird pro Monat nun deutlich mehr Geld zurückgelegt als in den Vorjahren (226 Euro im Vergleich zu 161 Euro im Jahr 2020). Man sehe, „dass die Pandemie ein Umdenken bei den Menschen gebracht hat, dass sie mehr zur Seite legen wollen“, so der Versicherungs-Vorstand Bartalszky.

Mittelfristig, also für die kommenden zwei bis drei Jahre, sei die Zuversicht etwas größer, so die Studie. Wirtschaftlich glaube allerdings rund jeder Zweite (52 Prozent), dass sich die Lage eher verschlechtern als verbessern werde. Dabei seien Frauen, Jüngere sowie Menschen mit einem niedrigeren Bildungsabschluss tendenziell skeptischer. Beliebteste Sparform bleibt laut Umfrage das Sparbuch (53 Prozent im Vergleich zu 58 Prozent 2020), am meisten zugenommen hat die Anlage in Immobilien (+8 Prozent auf 21 Prozent) und Aktien (+7 Prozent auf 24 Prozent 2021). Bausparen hat hingegen etwas verloren (-1 Prozent auf 38 Prozent im Jahr 2021).

Kritik übt Bartalszky daran, dass die Politik dem Bedürfnis nach Vorsorge bei der letzten Steuerreform nicht Rechnung getragen habe. Aus der Branche sei unter anderem eine Steuerentlastung oder -befreiung für Pensionsvorsorge und für nachhaltige Anlagen gefordert worden. Zudem wäre eine Reform der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge sowie der betrieblichen Vorsorge wünschenswert. Den Forderungen wurde allerdings nicht nachgekommen, sie seien von anderen politischen Themen überschattet worden. Aber: „Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass hier entsprechende Maßnahmen gesetzt werden“, so der Versicherungs-Vorstand.

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Ein Beginn mit finanzieller Vorsorge sei jedenfalls „so früh wie möglich“ zu empfehlen, sagt Erste-Bank-Chefin Gerda Holzinger-Burgstaller. Schon ein Andspar-Betrag von 50 Euro pro Monat sei hier durchaus sinnvoll. Wer einen Immobilien-Kredit aufnehmen wolle, solle jedenfalls einen Fixzinssatz andenken, empfiehlt die Expertin. (ver)


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