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Pistentourengeher unter der Lupe: Neuling, gebildet, gut situiert

Ein Team der Uni Innsbruck hat erstmals die Gruppe der Pistentourengeher genauer analysiert.

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Um Konflikten mit Skifahrern und Snowboardern vorzubeugen, wird die Steuerung von Pistentouren immer wichtiger.
© Whiteroom Productions

Von Benedikt Mair

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St. Anton am Arlberg, Innsbruck – Zwei Bretter unter den Füßen, Steigfelle und Stöcke. Mehr braucht es für dieses naturnahe Wintererlebnis grundsätzlich nicht. Auch wegen seiner Zugänglichkeit ist Skibergsteigen während der kalten Jahreszeit seit einigen Jahren die Trendsportart schlechthin. Wer sie wann und warum betreibt, wurde bislang kaum seriös beleuchtet. Forscher der Innsbrucker Uni haben deshalb im Auftrag Lebensraum Tirol Holding zumindest einen Teil dieser Gruppe, die Pistentourengeher, genauer untersucht.

6880 Freizeitsportler, davon knapp 60 Prozent Männer, wurden online befragt. Sie hatten ein überraschend hohes Bildungsniveau und waren meist gut situiert – 46 Prozent verfügen über einen Hochschulabschluss, nur fünf Prozent gaben an, finanzielle Schwierigkeiten zu haben. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) sind seit fünf oder weniger Jahren mit Tourenski unterwegs. 69 Prozent sind mit Freunden oder Bekannten unterwegs, 31 Prozent alleine. Die Anreise zum Ausgangspunkt des Ausfluges erfolgt in über 90 Prozent der Fälle mit dem Auto. Es handelt sich um einen sehr sportlichen Kreis, 63 Prozent erklärten, sich mindestens dreimal pro Woche körperlich zu betätigen.

„Es ist grundsätzlich kein Halli-Galli-Publikum“, erklärt Studienleiter Martin Schnitzer von der Universität Innsbruck gestern bei der Präsentation der Ergebnisse während einer Veranstaltung in St. Anton am Arlberg. „Sport, Betätigung und Gesundheit stehen im Vordergrund.“ Rund um Pistentourengeher gab es in Tirol während der letzten Jahre immer wieder heftige Diskussionen, Streit zwischen Skifahrern und -bergsteigern sowie geäußerte Sicherheitsbedenken. „Nur 13 Prozent der Tourengeher haben bislang einen Konflikt erlebt, meist waren es verbale Auseinandersetzungen“, sagt Schnitzer. Mit den für die Sportart empfohlenen Sicherheitsregeln sind indes nur 21 Prozent vertraut. Hier sieht der Sportwissenschafter Nachholbedarf.

Josef Margreiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Holding, betont, die Toleranz der heimischen Skigebiete gegenüber dieser Gruppe sei hoch. „Der Boom des Tourengehens hat aber noch nicht aufgehört“, meint er. „Wir tun gut daran, dass wir als Sportland Tirol hier mustergültig agieren. Es ist eine Marktchance. Das darf auch was kosten.“ Die Daten aus der in Auftrag gegebenen Studie sollen helfen, das Angebot und die Rahmenbedingungen weiter zu professionalisieren.

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