EZB-Direktorin Schnabel will Zinsen nicht zu früh erhöhen

Um den Aufschwung nicht abzuwürgen darf die EZB laut Direktorin Schnabel die Zinsen nicht zu früh erhöhen.

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EZB-Direktorin Isabel Schnabel.
© Daniel ROLAND/AFP

Frankfurt – Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte die Zinsen nach Ansicht von EZB-Direktorin Isabel Schnabel nicht vorschnell erhöhen. Die EZB gehe davon aus, dass die Inflation in ein bis drei Jahren deutlich sinken werde, sagte sie der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe). "Darum dürfen wir die Zinsen nicht zu früh erhöhen. Das könnte dazu führen, dass der Aufschwung abgewürgt wird."

Am gegenwärtig deutlichen Anstieg der Preise könne die EZB nichts ändern. "Wenn wir heute Maßnahmen ergreifen, wirken diese erst mit Verzögerung", sagte Schnabel. Bei Öl- und Gaspreisen sei die Zentralbank sogar machtlos: "Die Geldpolitik kann den Öl- oder Gaspreis nicht senken."

Die Kritik an der Nullzinspolitik der EZB liegt nach Schnabels Ansicht auch in einem Kommunikationsproblem begründet. "Wir bemühen uns, komplexe Zusammenhänge möglichst einfach zu erklären. Manchmal gelingt uns das vielleicht nicht." Daraus könne aber nicht folgen, "dass wir eine aus unserer Sicht falsche Geldpolitik betreiben, nur weil wir Sorge haben, dass unsere Maßnahmen schwierig zu erklären sind", sagte die EZB-Direktorin. "Das würde großen Schaden anrichten."

Im Kampf gegen die hohe Inflation will die EZB laut Präsidentin Christine Lagarde ihr Möglichstes tun. (APA/Reuters)


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