Škoda Octavia Combi RS: Stimmig in Klang und Bild
Fürs Auge und für die Ohren gedacht ist der Škoda Octavia Combi RS – nebenbei zeigt er genau jene Alltagsstärken, die schon die Basis-Kompaktkombis des tschechischen Herstellers mit sich bringen.
Von Markus Höscheler
Eppan – Ein Erfolgsverwöhnter musste im vergangenen Jahr Federn lassen: Der Octavia, im Jahr 2020 noch der am meisten verkaufte Neuwagen in Österreich (sogar vor dem ewigen Bestseller VW Golf), konnte seine Spitzenposition nicht halten. Nicht sein Cousin, der Golf, machte ihm den Rang streitig, sondern der Cinquecento von Fiat, der bis November mit 6044 neu zugelassenen Einheiten um rund 500 Stück vor dem Kompaktwagen Octavia lag. Aber immerhin: Platz zwei war dem Škoda-Fabrikat sicher, mit Respektabstand zum Golf, der rund tausend Einheiten weniger für sich verbuchen konnte.
Der Octavia der aktuell erhältlichen Generation ist jedenfalls breit aufgestellt, es gibt ihn mit Diesel- und Benzinaggregaten, auch als Plug-in-Hybrid, als Offroad-Derivat Scout – und schließlich auch als sportliche Variante RS. Eine derartige Ausführung, im Combi-Format, hat es kürzlich geschafft, den TT-Dauertestfuhrpark zu bereichern. Dabei fand weder der Diesel noch der Plug-in-Hybrid den Weg zu uns, sondern der „einfach gestrickte“ Benziner, dem das Datenblatt 245 PS und 370 Newtonmeter maximales Drehmoment ab 1600 Touren zutraut. Verknüpft ist der Ottomotor mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und einem Vorderradantrieb. Unsere Befürchtungen waren anfangs folgende: eine ruckelige Automatik mit Verzögerung bei der Gasannahme, ein hartes Fahrwerk und ein wenig aufregender Motor.
Mitnichten! Überraschung Nummer eins war die Klangentwicklung des Triebwerks. Die Soundabteilung von Škoda hat derart gekonnt in die Trickkiste gegriffen, dass der Vierzylinder brabbelt wie ein kultivierter Achtzylinder, ohne ungebührlich laut zu werden. Mit Freude tritt der Fahrer folglich immer wieder aufs Gaspedal, wenn es die Verkehrssituation erfordert und zulässt. Und dabei stellt sich Überraschung Nummer zwei ein: Die Doppelkupplung ist hellwach, erst recht im Sportmodus, selbst das Einlegen des Rückwärtsganges erfolgt gefühlt schneller als in anderen VW-Konzern-Produkten mit DSG. Was hier nicht zu kurz kommen darf: Die Leistungsentfaltung ist beeindruckend, nur 6,7 Sekunden benötigt das Langheck für den Sprint von null auf 100 km/h. Und dabei offenbart sich Überraschung Nummer drei – ein überaus angenehm austariertes Fahrwerk, das gekonnt Härten vermeidet und gleichzeitig Sportlichkeit vermittelt. Da gehen die Alltagstalente – Geräumigkeit, großes Ladeabteil, gute Materialqualität – beinahe unter.
Die Technik
Motor: Vierzylinder-Turbobenziner
Hubraum: 1984 ccm
Drehmoment: 370 Nm bei 1600 U/min
Leistung: 180 kW/245 PS
L/B/H: 4702/1829/1455 mm
Gewicht: 1532/2070 kg
Kofferraumvolumen: 640-1700 l
Tankinhalt: 50 l
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
0-100 km/h: 6,7 Sekunden
Verbrauch: 8,6 l/100 Kilometer
Kraftübertragung: Vorderradantrieb
Preis: 52.865,50 Euro
CO2-Emission: 157 g/km
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