Bessere psychische Hilfe für junge Menschen

Grüne rücken psychische Probleme von Kindern und Jugendlichen in den Fokus. Hamann und Neßler über Hilfsangebote.

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Heimunterricht hat die Jungen stark belastet. Derzeit sind die Schulen zwar offen, die Pandemie-Situation aber ungewiss.
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Wien – „Seit 23 Monaten sind Kinder und Jugendliche geprägt von Entbehrungen, Verzicht und Sorgen. Die Pandemie hat massive Auswirkungen auf die Psyche von jungen Menschen. Studien zeigen ein besorgniserregendes Bild“, konstatiert Barbara Neßler, Jugendsprecherin der Grünen im Nationalrat. Auch Zahlen der Jugend-Telefonhilfe „147 – Rat auf Draht“ belegen das. So habe es 2021 im Vergleich zu vor der Pandemie um 144 Prozent mehr Beratungen zum Thema Schlafstörungen gegeben, 206 Prozent mehr zu „Überforderung in der Schule“ sowie 53 Prozent mehr zum Thema Essstörungen, erklärt die Tiroler Nationalratsmandatarin.

Typische Probleme wie Liebeskummer hätten sich hin zu Corona-spezifischen Themen verlagert – es gebe eine Zunahme bei Einsamkeit, Suchtverhalten und Zukunftssorgen, sagt Neßler. Gut findet sie, dass es nun 13 Mio. Euro für die psychosoziale Versorgung von jungen Menschen gibt. Das Programm soll noch im ersten Quartal starten und über das gesamte Jahr laufen.

Das Projekt soll aber nicht die anderen Pläne der Regierung in der Sache ersetzen, betont Neßler bei einem gemeinsamen Hintergrundgespräch mit Grünen-Bildungssprecherin Sibylle Hamann. Mit dem Geld „sollen niederschwellige zielgerichtete Maßnahmen für Kinder und Jugendliche gefördert werden, die besonders von der Pandemie betroffen sind“.

Konkret soll bei dem Programm über Angebote informiert und sensibilisiert werden. Eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche soll es geben. Wenn nach dem ersten Gespräch eine Behandlung benötigt oder gewünscht wird, soll das gleich in die Wege geleitet werden. Möglich sein soll dann eine psychologische bzw. psychotherapeutische Behandlung – auch online –, ohne dass lange auf einen Platz gewartet wird, lautet der Plan. Zusätzlich soll es einen Sensibilisierungs-Workshop pro Bundesland für Jugendeinrichtungen geben.

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Hamann befindet, dass die gegenwärtige Krise strukturelle Probleme im Bildungsbereich offengelegt habe, es aber nun die Chance gebe, diese Probleme anzugehen. Die Bildungssprecherin heißt es gut, dass Förderstunden an Schulen bis Ende des Sommersemesters verlängert werden. Ausgeweitet wird auch die Initiative weiterlernen.at, bei der mit Organisationen wie Caritas, Diakonie und Rotem Kreuz kostenlose Lernhilfe angeboten wird. Die Mittel werden auf zehn Mio. Euro verdoppelt, die Aktion läuft bis mindestens Februar 2023 weiter. „Wir brauchen den außerschulischen Bereich jetzt in der Krise mehr denn je“, so Hamann. (sas)


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