M440i Gran Coupé: Sag niemals Fließhecklimousine zu ihm

Das M440i Gran Coupé von BMW ist schön anzusehen, flott zu fahren und dank xDrive-Allrad auch auf winterlichen Fahrbahnen mehr als eine Empfehlung wert.

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Die Doppelniere ist prägnant, der Rest des attraktiv gezeichneten Vierer Gran Coupés verzichtet auf Schnörkel.
© Höscheler

Von Markus Höscheler

Neustift – Vier- und fünftürige Coupés haben sich auf unseren Straßen inzwischen etabliert, wenngleich sie zahlenmäßig nicht einmal annähernd mit den gängigen Sport Utility Vehicles mithalten können. Manche Hersteller halten dennoch an den Nischenprodukten fest, sie versprechen hohe Einnahmen. Die winken dem Hersteller BMW etwa dann, wenn sich Käufer für die M440i-Version des neuen Vierer Gran Coupés entscheiden. Auch wenn plattformtechnisch und von den Dimensionen her viel auf den klassischen 3er hindeutet, so hebt sich das Gran Coupé schon allein mit seiner vertikal dominierenden Doppelniere und seinem Dachlinienverlauf von der Verwandtschaft ab. Das gilt erst recht, wenn die Hecktür anstelle der Heckklappe (beim 3er) geöffnet wird – sie erhöht die Ladevariabilität des Modells, auch wenn das Volumen keineswegs mit jenem des 3er Touring (Kombi) mithalten kann. In früheren Zeiten hätten Branchenkenner für so ein Modell am ehesten die Bezeichnung „Fließhecklimousine“ bemüht. Bei BMW verzichtet die Marketingabteilung auf dieses fade Wort und bringt stattdessen lieber das „Gran Coupé“ ins Spiel, was mehr Spannung verspricht.

Dabei geht es nicht nur um den Wortsinn, denn tatsächlich hat der M440i in Gran-Coupé-Gestalt Spannendes zu bieten. Der der TT offerierte Testwagen zeigte sich in aufregender Blau-Lackierung, mit eleganter Dachlinie und der auffälligen Doppelniere-Interpretation – besonders gespannt waren wir allerdings auf den installierten Dreiliter-Sechszylinder-Turbobenziner, der mit 374 PS und 500 Newtonmetern Drehmomentmaximum für sich warb. In die Kraftverteilung mischten sich außerdem eine höchst agile Achstufenautomatik und der bewährte xDrive-Allradantrieb ein. Die Antriebskonfiguration zeigte sich von ihren besten Seiten, allen voran auf Bergstraßen und auf Schnee. Fast schon supersportwagenmäßig versetzt der Benziner den 1,9-Tonner in Bewegung, der Sprint von null auf 100 km/h erfolgt in weniger als fünf Sekunden. Wenn es mehr um Traktion als um Tempo geht, offenbart der xDrive-Allrad seine gewohnten Stärken.

Dazu kommen eine hochwertige Ausstattung, eine Fülle von technischen Schmankerln (volldigitales Instrumentarium, ein leuchtstarkes Head-up-Display, ein erfreulich abgestimmter Infotainment-Sound) und ein üppiges Fahrerassistenzsystempaket mit ungewohnt starken Lenkeingriffen. Auch das erzeugte eine Form von Spannung.

Die Technik

Motor: Sechszylinder-Turbobenziner

Hubraum: 2998 ccm

Drehmoment: 500 Nm bei 1900 U/min

Leistung: 275 kW/374 PS

L/B/H: 4783/1852/1442 mm

Gewicht: 1900/2380 kg

Kofferraumvolumen: 470 – 1290 l

Tankinhalt: 59 l

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

0 – 100 km/h: 4,7 Sekunden

Verbrauch: 11,2 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: ab 76.500 Euro

CO2-Emission: 188 g/km


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