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Neues Album mit Neuinterpretationen: Auf einen Drink mit Miss Power

Cat Power haucht auf ihrem elften Album „Covers“ ausgewählten Songs von MusikerkollegInnen neues Leben ein.

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Was werden da die Kollegen sagen? Cat Power versteht sich blendend darauf, die Songs anderer neu erstrahlen zu lassen.
© imago

Von Markus Schramek

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Innsbruck – Manchmal, und nicht einmal dieses elende Corona vermag daran etwas zu ändern, wallt es auf – das unbändige Bedürfnis, sich eine Auszeit in einer fein beschallten Bar zu gönnen. Hat man in der musikalisch versierten Lokalität dann Platz genommen, kann es gut sein, dass sie schon da ist: nicht etwa das erhoffte Überraschungsdate, das eher nicht, dafür aber die elfenhafte, sensible, zerbrechliche, direkt das Herz anstupsende Gesangsstimme von Cat Power.

Die wird am 21. Jänner auch schon 50. Die Hälfte dieser fünf Dekaden hat die US-Amerikanerin damit zugebracht, die freie Welt mit fantastischer Musik zu beglücken, unaufdringlich, loungig, reduziert, viel Vokales, rundherum wenig Krach, irgendwie im Hintergrund, aber doch sehr präsent, ein Widerspruch in sich. Bei Miss Power (die abseits der Bühne einen konventionellen Namen trägt, nämlich Charlyn Marshall) geht sich das aus. Man liest es schon, Frau Sängerin hat in manch mutmaßlichem Berufskritikrax einen ausgewachsenen Fan.

Dieser Tage ist Powers jüngste CD erschienen, die elfte insgesamt, so man sich nicht verzählt hat. Der Neuling heißt schlicht „Covers“, das ist ein Bekenntnis frei heraus, Etikettenschwindel ausgeschlossen, somit kein Grund, Plagiatsjäger auf den Plan zu rufen, weil auch keine ganz große Überraschung: Zum dritten Mal nämlich widmet sich Power ausgewählten Songs, die nicht aus ihrer Feder stammen.

Verabreicht aus anderen Kehlen, kann solch ein Nach-gesang ein Verkaufsgag sein, ein Zeichen akuter Ideenlosigkeit oder schlicht peinlich. Nicht so bei Cat Power: Bei ihr fällt das Covern kaum auf. Ihre Stimme verleiht den geliehenen Tracks eine originär-schöne, maßgeschneiderte Robe aus Samt und Seide.

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Erlesene Fänge aus dem Meer des Folkrock, ja sogar aus dem Irish Pub, schafften es in den aktuellen Kader; keine totgespielten Gassenhauer wohlgemerkt, sondern Perlen, für die man schon deutlich tiefer abtauchen muss.

Auf „Covers“ tummelt sich Liedgut so konträren Ursprungs wie Lana Del Reys „White Mustang“, „A Pair of Brown Eyes“ von The Pogues, Iggy Pops „Endless Sea“ findet Platz Seite an Seite mit „These Days“ von Jackson Browne. Und so weiter. Zusammen ergibt das eine Dreiviertelstunde in anregender Gesellschaft, selbst wenn man solo vor dem Getränk seiner Wahl sitzt.

Eine Warnung sei ausgesprochen: Am Ende wird man mehr hören wollen von dieser verständnisvollen, verheißungsvollen Stimme, die so sehr der eigenen Wellenlänge zu entsprechen scheint. Hohe Dauerschleifengefahr!

Veredelte Songs aus fremder Feder

Cat Power: Covers. Domino Records.


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