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Anklägerin gegen Haftentlassung von norwegischem Attentäter Breivik

Von Breivik gehe dieselbe Gefahr aus wie vor zehn Jahren. Staatsanwältin Karlsdottir bat das Gericht deshalb, den Antrag des heute 42-Jährigen abzuweisen.

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Seit Dienstag wurde in der Haftanstalt vor dem Bezirksgericht Telemark verhandelt. Breiviks Erfolgsaussichten sind gering.
© OLE BERG-RUSTEN

Oslo – Die norwegische Staatsanwaltschaft hält den verurteilten Massenmörder Anders Behring Breivik nach wie vor für sehr gefährlich und will ihn deshalb weiter eingesperrt lassen. Breivik habe zwar erklärt, er habe sich verändert, sagte Staatsanwältin Hulda Karlsdottir am Donnerstag bei einer Verhandlung im Gefängnis Skien, bei der es um einen Antrag des Utöya-Mörders auf Haftentlassung auf Bewährung geht. Nach Ansicht der Ankläger gab es eine solche Veränderung aber nicht.

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Breivik sei nicht zu trauen

Von Breivik gehe dieselbe Gefahr aus wie vor zehn Jahren. Karlsdottir bat das zuständige Gericht deshalb, den Antrag des heute 42-Jährigen abzuweisen. Die Angelegenheit sei aus Sicht der Staatsanwaltschaft eindeutig. Breivik sei nicht zu trauen, sagte Karlsdottir. Der Breivik, der heute um Vertrauen bitte, sei derselbe Breivik, der damals das Osloer Regierungsviertel angegriffen und ein Massaker auf der Insel Utöya angerichtet habe. Es gebe in Norwegen keinen Täter, der so schwere Straftaten begangen habe wie er.

Breiviks Verteidiger Öystein Storrvik schlug dagegen im Anschluss vor, dass sein Mandant unter Bedingungen der Strafbehörden auf Bewährung freigelassen werden sollte. In abschließenden Bemerkungen sprach Breivik danach über seine politische Ideologie, wurde dabei aber vom Vorsitzenden Richter Dag Björvik angehalten, sich kurz zu fassen. Danach erklärte Björvik die Verhandlung für beendet.

77 Menschen getötet

Breivik hatte bei Terroranschlägen im Osloer Regierungsviertel und auf der Insel Utöya aus rechtsextremen und islamfeindlichen Motiven insgesamt 77 Menschen getötet. Im Sommer 2012 wurde er zur damaligen Höchststrafe von 21 Jahren Verwahrung mit einer Mindestdauer von zehn Jahren verurteilt. Eine Verwahrungsstrafe kann gemäß norwegischem Recht immer wieder verlängert werden, womit Breivik nie wieder aus dem Gefängnis freikommen könnte. Nach Ablauf der Mindestdauer durfte er aber beantragen, dass seine Freilassung auf Bewährung gerichtlich geprüft wird.

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Seit Dienstag wurde darüber in der Haftanstalt vor dem Bezirksgericht Telemark verhandelt. Richter Björvik zufolge ist es schwierig, zu sagen, wann genau mit einem Urteil zu rechnen sei. Bestenfalls komme es nächste Woche, womöglich aber erst in zwei bis drei Wochen. (APA/dpa)


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