Lawinengefahr

Sturm und Schneefälle lassen Lawinengefahr in Tirol wieder steigen

Dieser Lawinenunfall am 5. Dezember am Sonntagsköpfl in Pill endete glimpflich: Eine 27-jährige Österreicherin wurde von einem Schneebrett mitgerissen, teilverschüttet und an den Knien verletzt.
© zoom.tirol

Innsbruck – Kräftiger Schneefall vor allem im westlichen Unterland, stürmischer Nordwind auf den Bergen – die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) prognostiziert, zumindest was das Wetter angeht, einen äußerst ungemütlichen Samstag. Schneefall und Sturm – diese Kombination lässt die Lawinengefahr auf den Bergen traditionell steigen.

Das unterstreicht auch Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol. „Die Lage wird sich am Samstag sicher zuspitzen, in manchen Gebieten ist Warnstufe vier (von fünf, Anm.) möglich“, erklärt der Experte und weiter: „Mit dem Neuschnee und dem Wind entstehen gebietsweise gefährliche Triebschneeansammlungen. Vermehrte Gefahrenstellen finden sich in Schattenhängen sowie Kammlagen.“

Bisher ist Tirol, was die tödlichen Lawinenunglücke betrifft, relativ gut durch den Winter gekommen – verglichen mit früheren Jahren und dem Zehnjahresschnitt. „Wir haben diese Saison ein Todesopfer, nämlich jenen Jugendlichen, der Mitte Dezember am Venet unter eine Lawine gekommen ist“, sagt Mair. Im vergangenen Winter starben in Tirol sechs Menschen bei Lawinenabgängen. In den beiden Wintern zuvor waren es im selben Zeitraum jeweils fünf, im Zehnjahresmittel acht.

Mair warnt allerdings davor, aus der aktuellen Statistik falsche Rückschlüsse zu ziehen: „Der Winter ist noch lange nicht vorbei und geht noch gut drei Monate.“ Ein paar extreme Wettertage könnten die bisher unterdurchschnittliche Unfallbilanz ganz schnell wieder auf den Kopf stellen. (np)