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Vision Alpenbahnkreuz: In Scuol treffen sich die Regierungschefs

Am 2. März soll ein Meilenstein zur Alpenquerung im Dreiländereck gesetzt werden. Vier Länder stellen Weichen für Milliardenprojekt.

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Scuol, Endstation der Rhätischen Bahn, soll in das Alpenbahnkreuz eingebunden werden.
© Wenzel

Innsbruck, Bozen, Chur, Mailand – Noch ist das Eisenbahnbaby von Geburtswehen meilenweit entfernt. Noch kursieren mehrere Namen und unterschiedlich teure (Teil-)Projekte: Alpenbahnkreuz Terra Raetica, Bahnverbindung Scuol-Mals, Reschenbahn 2.0 oder Alpentransversale München-Mailand. Während sich die Oberländer Initiative „Pro Reschenbahn“ für die Verbindung München-Mailand über den Reschenpass engagiert, sehen Südtiroler und Schweizer Lobbyisten klare Prioritäten für eine Bahnlinie von Scuol (Engadin) über Val Müstair nach Mals (Vinschgau). Zudem taucht eine „Inntaltrasse“ von Scuol nach Landeck auf.

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Den ersten Meilenstein zur (noch) visionären Alpenquerung westlich der Brennerlinie haben Tirol, Südtirol, der Kanton Graubünden und die Lombardei am 11. September 2020 mit der „Grauner Absichtserklärung“ gesetzt. Das nächste Treffen der Regierungschefs – Günther Platter, Arno Kompatscher, Mario Cavigelli und Attilio Fontana – ist für 2. März in Scuol geplant. Dort sollen zunächst die Ergebnisse der „Technischen Arbeitsgruppen“ aus den vier Regionen präsentiert werden. Für Tirol mitgearbeitet hat Experte Ekkehard Allinger-Csollich, Leiter der Abteilung für Mobilitätsplanung: „Es wird ein gemeinsames Papier vorgelegt. Die Arbeitsgruppen haben darin alle verfügbaren Studien und Projekte aufgenommen.“ Am einheitlichen Dokument kräftig mitgewirkt habe Konrad Bergmeister, früher Vorstand der Brennerbasistunnel Gesellschaft BBT.

Noch liegt keine Tagesordnung zum Treffen in Scuol vor. „Jedenfalls sind neue Weichenstellungen zum Jahrhunderprojekt zu erwarten“, so Allinger-Csollich, der auch klarstellt: „Zur Frage, welche Trassen realisiert werden, müssen die Nationalstaaten und deren Bahngesellschaften eingebunden werden.“ Wesentliche Kriterien zur Machbarkeit der neuen Gleisstränge seien Wirtschaftlichkeit und Rentabilität.

Er selbst werde in Scuol nicht dabei sein, sagte Tirols Wirtschaftslandesrat Toni Mattle, der lobende Worte über „Pro Reschenbahn“ findet: „Die Gruppe hat Hervorragendes geleistet und Pläne in allen Details ausgearbeitet. Den Landeshauptmann habe ich darüber informiert.“ Die Kosten für das Alpenbahnkreuz könnten, so Mattle, aus heutiger Sicht bei 2,8 Mrd. Euro liegen. (hwe)


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