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Lollipop-Tests ab kommender Woche an Kindergärten: Land betont Freiwilligkeit

Die Landesregierung beschloss, dass elementarpädagogische Einrichtungen mit speziellen Antigentests ausgestattet werden sollen. Das Einverständnis der Eltern muss eingeholt werden. Die Testreihe, die bis zu den Osterferien laufen soll, kostet rund 1,5 Mio. Euro.

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Mit "Lollipop"-Tests sollen nun auch die Kindergarten- und Kinderkrippenkinder in Tirol zweimal pro Woche getestet werden.
© AFP

Innsbruck – Nicht erst gestern wurde die Kritik laut, dass Kinderkrippen und Kindergärten hinsichtlich der Corona-Teststrategie bis dato in Tirol wenig bis gar nicht berücksichtigt worden seien. Bereits seit Wochen laufen im Land intensive Planungen zum Ausrollen eines einheitlichen Sicherheitskonzeptes. Nun steht der Plan. In der heutigen Sitzung der Landesregierung beschloss Schwarz-Grün die Einführung flächendeckender Corona-„Lollipop-Tests“ in Kinderkrippen wie -gärten.

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Zwei Tests pro Woche für bis zu 32.000 Kinder

Ab nächster Woche sollen die rund 32.000 Kinder, die in diesen Einrichtungen betreut werden, zweimal die Woche – auf freiwilliger Basis – diesem speziellen Antigen-Schnelltest vor Ort unterzogen werden können. Hierzu sollen bereits 60.000 Tests pro Woche bestellt worden sein.

„Der Lollipop-Selbsttest kann – wie auch andere Antigen-Schnelltests – innerhalb von nur 15 Minuten Aufschluss darüber geben, ob ein Kind zum Zeitpunkt der Testung mit Corona infiziert sein könnte oder nicht“, erklärte Gesundheitslandesrätin Annette Leja (ÖVP) am Dienstag in einer Aussendung.

Eltern müssen Einverständnis geben

Die Verteilung der Tests an die Kinderbetreuungseinrichtungen erfolgt über die Gemeinden. Wenn eine Kinderkrippe oder ein Kindergarten freiwillig teilnimmt, sei von den Eltern der betroffenen Kinder das Einverständnis zur Testung einzuholen. Das Einverständnis der Eltern könne jederzeit widerrufen werden.

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„Es steht somit den Eltern frei, eigenständig über die Teilnahme zu entscheiden“, betont Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP). In den kommenden Tagen erhalten Eltern über die jeweilige elementare Bildungseinrichtung ein Informationsschreiben sowie eine Einverständniserklärung.

Bei positivem Test: Kind wird abgesondert, Eltern verständigt

Die Testungen sollten laut Land vorzugsweise direkt im Eingangs- oder Garderobenbereich erfolgen. Die Kinder bekommt den Lollipop-Test, den sie kurze Zeit im vorderen Mundbereich bewegen sollen. Die Auswertung der Tests erfolgt durch das Einrichtungspersonal. Alle negativ getesteten Kinder können nach Vorliegen des Testergebnisses wie gewohnt am regulären Betrieb teilnehmen.

Bei Vorliegen eines positiven Testergebnisses wird das Kind in einem separaten Raum beaufsichtigt sowie die Eltern verständigt, um das Kind abzuholen. Die Leitung der elementaren Bildungseinrichtung verständigt umgehend die Gesundheitsbehörde. Das positive Ergebnis des Antigen-Schnelltests muss durch eine PCR-Testung bestätigt werden. Die Eltern werden gebeten, die Anweisungen der Gesundheitsbehörde abzuwarten. „Alle anderen Kinder können weiterhin den Tag in der elementaren Bildungseinrichtung verbringen“, so Palfrader.

Kostenpunkt: 1,5 Millionen Euro

Vorerst soll die Aktion bis Ende der Osterferien (18. April) laufen. Die Kosten für diese Testreihe sollen sich bei 1,5 Millionen Euro bewegen. Das Betreuungspersonal könne sich weiter über „Tirol testet“ auf eine Infektion untersuchen lassen, heißt es. (mami)

ÖGB: Mit Feuereifer für Reform

Mit Aktionen in Wien, aber auch in Innsbruck verlieh der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) gestern seinen Forderungen in Sachen Elementarbereich Ausdruck. So wurde in Tirol vor der Annasäule in Innsbruck sinnbildlich ein überdimensionales Herz aus Kerzen entzündet.

Das Personal sei am Limit, der innerbetriebliche Aufwand in der Corona-Pandemie fast nicht mehr bewältigbar – umso dringlicher werden eine „bundeseinheitliche Teststrategie für die Kleinsten“ sowie einheitliche Sicherheitskonzepte für die Kindergärten eingefordert. Die ElementarpädagogInnen seien „systemrelevant“, stellte Younion-Vorsitzende Verena Steinlechner-Graziadei klar. Die Gewerkschaft fordert eine zusätzliche Milliarde für den Betreuungsbereich.


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