Entgeltliche Einschaltung

Heimische Industrie ruft wegen hoher Stromkosten nach Staatsgeld

Industriebetriebe wollen angesichts gestiegener Strompreise staatliche Kompensationen. Energiekosten hätten sich mitunter verdreifacht.

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Besonders energieintensive Unternehmen aus der Stahl- oder Aluindustrie beklagen enorm gestiegene Energiekosten und fordern nun Unterstützung.
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Wien – Gestiegene Energiepreise, mitunter schwer verfügbare Rohstoffe und Vorprodukte sowie das Dauerproblem Facharbeitermangel: Trotzdem rechnet die Industriellenvereinigung (IV) mit einer Fortsetzung des Aufschwungs. Für die „exorbitanten Strompreise“ fordern Österreichs Industrieunternehmen nun aber staatliche Kompensationen, wie sie etwa in Deutschland existierten, sagte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

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Die Industrie argumentiert ihren Ruf nach Staatsgeld hauptsächlich mit einer „zu schwachen inländischen Stromerzeugungsbasis“, so IV-Chefökonom Christian Helmenstein: „Uns fällt auf den Kopf, dass es über Jahrzehnte eine Verzögerungs- beziehungsweise Hinhaltetaktik seitens der Politik gab, dass heimische Erneuerbare hinreichend ausgebaut werden“, meint Helmenstein. Schließlich käme eine Strompreiskompensation auch den Haushalten zugute.

In Deutschland gibt es die Stromkostenbeihilfe nicht auf Ebene der Unternehmen, sondern für Anlagen der Unternehmen, auf denen beihilfefähige Produkte hergestellt werden. In Deutschland sind rund 400 antragsberechtigt. Wie viele Betriebe in Österreich profitieren könnten oder sollten, ließ die IV offen.

Energiekosten zuletzt verdoppelt bis verdreifacht

Die Energiekosten bei Unternehmen haben sich laut Helmenstein zuletzt verdoppelt bis verdreifacht. Bei energieintensiven Unternehmen der Aluminium- und Stahlindustrie entstehen Neumayer zufolge monatlich Mehrkosten im Millionenbereich. Bei kleineren Firmen gehe es um die Verhältnismäßigkeit zu anderen Kosten.

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Gründe für den hohen Strompreis sind laut Helmenstein etwa der deutsche Atomausstieg, weniger Kohlestrom und dass der norddeutsche Windstrom aufgrund fehlender Leitungsinfrastruktur nicht nach Österreich kommt. Auch der hohe Gaspreis wirke sich auf den Strompreis aus – nicht zuletzt durch die „deutliche Reduzierung“ russischer Gaslieferungen aufgrund der Ukraine-Krise. Wächst sich die Ukraine-Krise nicht aus, rechnet die IV heuer mit einem Wirtschaftswachstum von 3,5 bis 4 Prozent. (APA)


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