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Zwei nordische Asse trumpfen beim Triple in Seefeld auf

Beim Seefeld-Triple kommt es heute zum Duell zwischen ÖSV-Kombinierer Johannes Lamparter (20) und Jarl-Magnus Riiber (24). Der Norweger kokettierte sogar mit einem Olympia-Start bei den Spezialspringern.

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So wie bei der WM 2021 in Oberstdorf will ÖSV-Kombinierer Lamparter (l.) Dominator Riiber beim Seefeld-Triple in Schach halten.
© AFP/Andersen

Von Benjamin Kiechl

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Seefeld – Schon beim ersten Sprung auf der Toni-Seelos-Schanze herrschte gestern viel Wind um Johannes Lamparter im Gelben Trikot und Rückkehrer Jarl Magnus Riiber. Die beiden Saison-Dominatoren hätten allerdings lieber auf die starke Brise verzichtet. Das prognostizierte Schlechtwetter mit Sturm könnte zum Spielverderber des Seefeld-Triple werden, wenn heute (13.30 Uhr Springen/15.30 Uhr 7,5 km Langlauf, live ORF 1) der erste Wettkampf in Szene geht. Umso wichtiger war der provisorische Wertungsdurchgang, in dem Riiber mit einem 107-Meter-Sprung siegte.

Lamparter indes deckte als Vierter (98 Meter) noch nicht alle Karten auf. „Es war nicht ganz das Gelbe vom Ei, die Verhältnisse waren schwierig. Jetzt heißt es nochmal ins Video schauen, was ich am Sprung verbessern kann“, sagte der Tiroler, der Riibers dritten Triple-Sieg in Folge verhindern will. Das Wetter dürfe da keine Ausrede sein, denn „es geht allen gleich“.

Seefeld ist neben Olympia der Saisonhöhepunkt und bietet für die Kombinierer-Stars eine der wenigen Möglichkeiten, aus dem Schatten der anderen nordischen Sparten zu treten.

Durch den Wiedereinstieg von Jarl Magnus Riiber erhält die Olympia-Generalprobe der Nordischen Kombinierer noch mehr Spannung. Johannes Lamparter hat dem norwegischen Seriensieger in dessen Abwesenheit die Weltcupführung dank drei Erfolgen und einem zweiten Platz abgeluchst. Der ÖSV-Youngster führt vor dem Triple 100 Punkte vor Riiber, der auch wegen einer leichten Rückenblessur seit Jahresbeginn pausiert hat. Der Olympia-Top-Favorit kehrte gestern auf der Schanze so souverän zurück, wie er beim Ramsau-Doublegewinn kurz vor Weihnachten aufgehört hatte.

Der siebenfache Saisonsieger lässt mit seinen Fähigkeiten über die Kombination hinaus aufhorchen. Bei den norwegischen Meisterschaften der Spezialspringer auf dem Holmenkollen verblüffte der 43-fache Weltcupsieger mit Platz zwei. „Riiber springt ausgezeichnet, das muss man so sagen“, hält der Tiroler Alexander Stöckl fest.

Der Skisprung-Cheftrainer der Norweger beobachtet den Kombinierer-Star schon längere Zeit. „Er ist ein Tüftler.“ Ihn zeichne das Zusammenspiel zwischen Technik und Material aus. Er habe das „perfekte Setup“ gefunden.

Seefeld Triple

Programm:

  • Heute: Springen Normalschanze (13.30 Uhr), Langlauf 7,5 km (15.30 Uhr).
  • Samstag: Springen Normalschanze (13.00), Langlauf 10 km (15.00).
  • Sonntag: Springen Normalschanze (12.45 Uhr), Langlauf 12,5 km (14.30)

Alle Bewerbe live in ORF 1.

ÖSV-Aufgebot (11): Johannes Lamparter, Lukas Greiderer, Manuel Einkemmer (alle Tirol), Thomas Jöbstl, Philipp Orter (beide Ktn.), Mario Seidl, Stefan Rettenegger, Thomas Rettenegger (alle Sbg.), Martin Fritz, Franz-Josef Rehrl, Lukas Klapfer (alle Stmk.).

Triple-Endstand 2021: 1. Riiber (NOR); 2. Herola (FIN); 3. Watabe (JPN). Weiter: 6. Lamparter; 11. Greiderer (beide AUT).

Gesamtsieger in Seefeld: 2014-2017: Eric Frenzel (GER); 2018: Akito Watabe (JPN); 2020-2021: Jarl Magnus Riiber (NOR). 2019 in Chaux-Neuve: Mario Seidl (AUT).

Der 24-jährige Wikinger hat die Kombination auf ein neues Level gehoben. Stöckl bestätigt das Gerücht, dass für Riiber sogar ein Olympia-Einsatz bei den Spezialspringern zur Debatte stand. Aufgrund fehlender Weltcup-Punkte sei das allerdings nicht möglich, erklärt der St. Johanner. „Wenn Riiber nächste Saison mit dem Langlaufen aufhört und unser Team verstärken will, dann nehme ich ihn“, meint Stöckl augenzwinkernd. Da Riiber jedoch aus einer „Kombinierer-Familie“ stamme, mache er sich da wenig Hoffnungen.

Damit darf man sich weiter auf Duelle mit Doppel-Weltmeister Lamparter freuen. ÖSV-Trainer Christoph Eugen sieht für den Jungspund nach drei Saisonsiegen den Rest der Saison nur noch als Zugabe, auch Olympia. „Er hat das bis jetzt mit Bravour geleistet. Für ihn ist es mehr oder weniger eine Draufgabe, er hat mit den ersten Siegen schon so viel erreicht.“

Einen österreichischen Gewinner hat es bei dem 2014 eingeführten Triple noch nie gegeben, die wegen der Heim-WM 2019 nach Frankreich verlegte Auflage gewann aber Mario Seidl. „Wir haben uns in den letzten Jahren in Seefeld schwergetan“, weiß Coach Eugen.

Während Seidl in diesem Winter noch keinen Podestplatz geschafft hat, ist Franz-Josef Rehrl nach einer Corona-Infektion im Dezember schon wieder gut in Schuss. Der Steirer sprang mit Rang drei in Klingenthal noch auf den Olympia-Zug auf. „Ich hoffe, dass ich in Seefeld noch was drauflegen kann“, so Rehrl. Der letzte ÖSV-Weltcupsieg in Seefeld gelang Mario Stecher 2010.


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