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Das Kramer-Drama und das Hoffen auf ein Happy End

Am Samstag Siegerin beim Skisprung-Weltcup in Willingen (GER), am Sonntag in Quarantäne: Das Beispiel Sara Marita Kramer zeigt die Unwägbarkeit der Corona-Situation vor Olympia.

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Ob Marita Kramer in den Pekinger Nachthimmel fliegt, ist derzeit noch unklar.
© INA FASSBENDER

Peking – Erst hofiert, dann isoliert: Ein positiver Corona-Test der Weltcupführenden Sara Marita Kramer wenige Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking traf Österreichs Skispringerinnen am Sonntag schwer. Kramer, die das erste Springen von Willingen (GER) am Samstag gewonnen hatte, wurde noch am selben Tag positiv getestet, das ÖSV-Frauen-Team trat daraufhin gestern geschlossen die Heimreise an. Kramer sei wohlauf und ohne Symptome, ein Olympia-Antreten bleibe das Ziel.

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Kramer hatte erst vor wenigen Tagen erzählt, aus Angst vor einer Infektion auf das gemeinsame Essen am Familientisch zu verzichten. „Es wäre natürlich der Albtraum für jeden Sportler, wenn man wegen dem (Corona) nicht am Start sein kann“, sagte die 20-Jährige damals. Nun muss sie wohl spätestens am Dienstag ihren ersten negativen Test abliefern, damit der Albtraum nicht Realität wird.

Von der Theorie, dass man eine Infektion hätte vermeiden können, wäre Kramer nicht nach Willingen gereist, hält der Sportliche Leiter Mario Stecher wenig. „Wir sind alle durchgeimpft und durchgetestet. Innerhalb dieser Blase gibt es nur eine sehr geringe Möglichkeit einer Ansteckung. Eigentlich ist das hier die sicherste Umgebung.“

Der Tiroler Markus Sammer (Bob) ist in Quarantäne.
© gepa

Dass die Anreise zu den Olympischen Winterspielen und die Tage vor dem Wettkampf die sensibelsten Momente darstellen, weiß auch ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel: „Niemand kann derzeit etwas einschätzen. Wir haben zuletzt den ganzen Peking-Flieger in einem beschleunigten Verfahren durchgetestet, das Terminal der Privatflugzeuge in Wien benutzt – und es kann dich trotzdem erwischen.“ So geschehen beim Tiroler Bobfahrer Markus Sammer, der sich seit gestern (symptomlos) in Quarantäne befindet, laut Chefarzt Bernhard Unterkofler seien Prognosen zum Olympia-Start „schwierig“. Neben dem 33-Jährigen wurde auch ein Betreuer aus dem medizinischen Team des ÖOC positiv getestet. Seit gestern befinden sich 123 Betreuer bzw. Mitarbeiter und 47 Athleten in China, heute trudelt die nächste Abordnung aus Österreich ein.

ÖOC-Generalsekretär Mennel will sich ungeachtet der Umstände auf keine Corona-Diskussion einlassen: „Die Sportler haben vier Jahre hart trainiert, um hier zu sein.“ Nach zwei Jahren Pandemie sei gefühlt jeder ein Virologe, er verlasse sich „lieber auf die Fachleute“.

Die Idee, einen Shuttle-Flieger zwischen Österreich und China pendeln zu lassen, habe man mittlerweile wieder verworfen. Einfacher Grund: Wer sich in China ansteckt, muss für zwei Wochen in Quarantäne und dürfe auch keinen Flieger besteigen. Die Stimmung im österreichischen Lager schmälere das nicht. Mennel: „Es gibt kein Halligalli im olympischen Dorf, aber in Österreich kann man derzeit ja auch nicht feiern gehen.“ (floh)


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