Entgeltliche Einschaltung
Plus

TT-Analyse zu steigenden Preisen: Entspannung scheint länger nicht in Sicht

  • Artikel
  • Diskussion
Max Strozzi

Analyse

Von Max Strozzi

Des einen Leid ist des anderen Freud. Während viele Österreicher die gestiegenen Energiepreise in der Geldbörse zu spüren bekommen, bescherte nicht zuletzt das teure Gas der OMV eine Umsatz- und Gewinn-Explosion. Das lässt nicht nur die Kassen des teilstaatlichen Energiekonzerns klingeln, sondern auch die der Republik, weil ein Teil dieses Gewinnschubs über die Staatsholding ÖBAG letztlich im Finanzministerium landen wird. Dort wiederum werden gerade 600 Millionen Euro lockergemacht, um fast jedem Haushalt 150 Euro und Bedürftigeren 300 Euro auszuzahlen, weil die Energiepreise so stark gestiegen sind.

Entgeltliche Einschaltung

Man wird sich noch eine Zeitlang mit höheren Gaspreisen herumschlagen müssen, sagt die E-Control. Ihr Blick auf die Gasbörsen zeigt: Erst in einem Jahr dürfte Gas wieder günstiger werden, meint der Regulator – zwar nicht mehr auf das alte Niveau von etwa 20 Euro je Megawattstunde, sondern lediglich auf knapp unter 50 Euro. Derzeit werden 80 Euro gezahlt. Selbst in zwei Jahren geht die E-Control von einem Preis um die 30 Euro je Megawattstunde aus. Also immer noch einiges über Vorkrisen- und dem Vorenergiewende-Niveau. Mit den Gaspreisen bleibt auch Strom teurer. Auch hier sieht die E-Control vorerst wenig Entspannung. Selbst längerfristig dürfte der Großhandels-Strompreis etwa doppelt so hoch bleiben als man es zuletzt gewohnt war, heißt es dort.

Kurzfristig hilft sich die Politik mit einmaligen Geldspritzen für Betroffene aus, wobei schon zu hinterfragen ist, warum eigentlich auch alle Besserverdiener und Topverdienerhaushalte (bis zu 11.340 Euro monatlichem Brutto-Haushaltseinkommen) mit 150 Euro aus der Staatskasse beglückt werden. Dieses Geld wäre bei jenen, denen die Energiekosten wirklich zusetzen, besser aufgehoben. Es gäbe aber schon auch die Möglichkeit, an tiefer liegenden Schrauben zu drehen, um grundlegender zu entlasten. Etwa beim Dauerthema kalte Progression – der versteckten Inflationssteuer, weil Steuerstufen nicht an die Einkommens- und Inflationsentwicklung angepasst werden. Oft gefordert, nie angegangen.


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung