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Immer jüngere Mädchen in Somalia von Genitalverstümmelung betroffen

Die Hilfsorganisation CARE schlägt Alarm: Anstieg von rund 17 Prozent bei Genitalverstümmelungen an Mädchen zwischen fünf und neun Jahren.

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In Somalia trägt weibliche Genitalverstümmelung zu einer der höchsten Müttersterblichkeitsraten weltweit bei - mit 692 Todesfällen bei 100.000 Geburten. (Symbolfoto)
© ISSOUF SANOGO
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Wien – In Somalia erleiden immer jüngere Mädchen Genitalverstümmelungen. Darauf wies die Hilfsorganisation CARE am Freitag in einer Aussendung hin. Demnach zeige eine neue Umfrage der Daten der Nationalen Statistikbehörde von Somalia innerhalb eines Jahres einen Anstieg von rund 17 Prozent bei der Durchführung von Genitalverstümmelungen an Mädchen zwischen fünf und neun Jahren. In dieser Altersklasse werden inzwischen 88 Prozent der Mädchen beschnitten.

CARE fordert die somalische Regierung auf, sich endlich gemeinsam für die Abschaffung von Genitalverstümmelung einzusetzen. Ein neu verabschiedetes Gesetz zum Schutz von Kindern vor Missbrauch und Vernachlässigung in der selbst erklärten autonomen Republik Somaliland sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, es müsse aber im ganzen Land weit mehr unternommen werden, um diese unmenschliche Praxis zu beenden, so die NGO. Ein Gesetzesentwurf liege aktuell dem Kabinett vor, zur Durchsetzung brauche es aber die Unterstützung religiöser und gesellschaftlicher Wortführer.

Kaum Aufklärung und medizinische Unterstützung

"Viele Frauen und Mädchen geraten zunehmend unter Druck, sich noch früher einer Genitalbeschneidung zu unterziehen und früher zu heiraten. Die COVID-19-Pandemie schränkt ihre Rechte und ihre Selbstbestimmung weiterhin stark ein: Mädchen können nicht zur Schule gehen und erhalten kaum Aufklärung und medizinische Unterstützung für ihre reproduktive Gesundheit", erklärte Abdullahi Iman, CARE-Länderdirektor in Somalia. "2021 schockierten Berichte über ein 13-jähriges Mädchen, das an den Folgen einer Genitalverstümmelung starb. Es gibt mit Sicherheit weitere Fälle, allerdings werden diese selten gemeldet."

In Somalia trägt weibliche Genitalverstümmelung zu einer der höchsten Müttersterblichkeitsraten weltweit bei - mit 692 Todesfällen bei 100.000 Geburten. Um Todesfälle zu verhindern, müsse es gelingen, dass junge Frauen ihr erstes Kind nicht zu früh bekommen. Gleichzeitig brauche es eine bessere medizinische Versorgung sowie ein strenges Verbot der Genitalverstümmelung, die häufig zu tödlichen Komplikationen rund um die Geburt führt, so CARE. (APA)


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