Brasilien

Kommerzielle Abholzung des Regenwalds nahm unter Bolsonaro zu

Mittels Brandrodung versuchen Bauern in Brasilien den Regenwald zur Ackerfläche umzuwandeln. Dabei geraten die Brände immer wieder außer Kontrolle.
© imago/Souza

Seit dem Amtsantritt Jair Bolsonaros hat die Abholzung des brasilianischen Regenwalds rapide zugenommen. Das Ipam-Institut erhebt schwere Vorwürfe gegen die Umweltpolitik des Landes.

Brasilia – Während der Amtszeit des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro hat die Abholzung im Amazonasgebiet weiter zugenommen. Die abgeholzte Fläche zwischen August 2018 und Juli 2021 stieg gegenüber dem gleichen Zeitraum von 2015 und 2018 um 56,6 Prozent. Das Nachrichtenportal G1 teilte am Freitag unter Berufung auf das Institut für Umweltstudien im Amazonas (Ipam) mit, dass vor allem in Schutzgebieten und auf Ländereien der indigenen Gemeinschaften die Abholzung deutlich zunahm.

Bolsonaro wurde Ende Oktober 2018 zum Präsidenten gewählt und trat sein Amt Anfang 2019 an. Er sieht das Amazonasgebiet vor allem als ungenutztes wirtschaftliches Potenzial und will noch mehr Flächen für Landwirtschaft, Bergbau und Energiegewinnung erschließen. Kritiker werfen ihm vor, das gesellschaftliche Klima zu vergiften. Durch Bolsonaros Aussagen würden sich Bauern zur illegalen Landnahme für landwirtschaftliche Nutzung ermutigt fühlen. Zudem schwächte Bolsonaros Regierung die Umwelt- und Kontrollbehörden.

„Wir befinden uns auf einem Weg, der in genau die entgegengesetzte Richtung führt, die der Planet in diesem Moment dringend braucht“, sagte die wissenschaftliche Direktorin des Ipam, Ane Alencar. „Die Zerstörung des Amazonasgebiets schreitet zu schnell voran, daran dürfen wir uns nicht gewöhnen.“ (dpa)

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