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Integration ist kein Problem für Mehrheit der Tiroler

Für die Mehrheit der Tiroler funktioniert das Zusammenleben mit Zugewanderten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut SORA im Auftrag des Landes durchführte.

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Sozial-Landesrätin Gabriele Fischer und Meinungsforscher Christoph Hofinger (SORA-Institut) präsentierten die Umfrage.
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Innsbruck – Wie ist die Stimmung der Tiroler in Bezug auf Zuwanderung und Integration? Das war das Kernthema einer Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut SORA im Auftrag des Landes durchführte. Das Ergebnis ist für die zuständige Landesrätin Gabriele Fischer sehr erfreulich: „Drei Viertel der Tiroler sind der Meinung, dass das Zusammenleben mit den Zugewanderten gut funktioniert.“ Die Mehrheit der Einheimischen „sieht Menschen, die hier neue Perspektiven suchen, positiv“. SORA-Geschäftsführer Christoph Hofinger ergänzt, dass persönliche Kontakte zu Zugewanderten das Stimmungsbild noch weiter verbessern.

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Bei der Umfrage wurde auch erhoben, welche Themen den Tirolern die größten Sorgen bereiten: Die Nummer eins ist hier ganz klar der Klimawandel, den nur 16 Prozent der Tiroler „zuversichtlich“ sehen. 80 Prozent machen sich Sorgen oder ärgern sich. Auch bei den Themen Corona, Kriminalität, Arbeitsmarkt und soziale Sicherheit ist die Mehrheit in Sorge. In Bezug auf das Zusammenleben mit Zugewanderten nicht – 54 Prozent beurteilen die Situation „zuversichtlich“. Bei der Aufnahme von Flüchtlingen überwiegen hingegen wieder Besorgnis und Ärger (64 Prozent). Grundsätzlich sei die Zuversicht bei den aufgelisteten Themen seit 2017 gesunken, sagt Hofinger: „Eine Folge der Pandemie.“

Die Meinungsforscher fragten bei ihren 710 Interviews auch nach, welche Bereiche am meisten von der Zuwanderung profitieren. Die Nummer eins ist nach Meinung von 55 Prozent der Befragten das Gesundheits- und Pflegesystem. 23 Prozent glauben, dass die Zuwanderung keine Auswirkung auf diesen Bereich habe, 26 Prozent sehen einen negativen Effekt. Für das Sozialsystem (42 Prozent) und die Bräuche (32 Prozent) seien die Einwanderer hingegen eher schlecht, nur 17 bzw. 25 Prozent orteten einen positiven Effekt, der Rest sieht keine Auswirkungen. Bei den Gepflogenheiten und Gebräuchen verstehen die Einheimischen keinen Spaß: Trotz positiver Stimmung in Bezug auf das Zusammenleben seien 73 Prozent der Befragten der Meinung, dass sich die Zugewanderten „sehr oder eher den hiesigen Gepflogenheiten anpassen sollen“, so der Meinungsforscher. Rund 80 Prozent der Tiroler haben regelmäßig Kontakt zu den „Zuagroasten“. Und diese Kontakte haben einen positiven Einfluss auf die Stimmung. Die ist deutlich positiver, wenn Zugewanderte in der jeweiligen Gemeinde leben.

Hofingers Fazit: „Die Tiroler sind wenig radikalisiert und gehen gelassen mit dem Thema um.“

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