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Die letzte Landung kostete Gasser Olympiamedaille im Slopestyle

Die Neuseeländerin Zoi Sadowski Synnott eroberte mit einem beinahe perfekten Run zum Abschluss des Slopestyle-Bewerbs die Goldmedaille. Für Anna Gasser zahlte sich das hohe Risiko nicht aus.

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Anna Gasser brachte keinen ihrer drei Versuche fehlerfrei hinunter.
© MARCO BERTORELLO

Zhangjiakou – Das Risiko von Snowboarderin Anna Gasser im Slopestyle-Finale bei den Olympischen Spielen ist am Sonntag nicht belohnt worden. Die Kärntnerin musste sich in Zhangjiakou mit dem sechsten Platz begnügen. Nach einem mutigen Auftritt mit spektakulären Sprüngen kostete der 30-Jährigen die unsaubere Landung im letzten Sprung in ihrem letzten Versuch die Medaille. Olympiasiegerin wurde Zoi Sadowski Synnott (20), die das erste Olympia-Winter-Gold für Neuseeland überhaupt holte.

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"Es war echt knapp, wenn ich diese letzte Landung gut stehe, reicht es fürs Podium", sagte Gasser. "Ich habe gewusst, ich muss 'all in' gehen, das habe ich gemacht. Deshalb kann ich mir gar nichts vorwerfen." Natürlich sei eine Medaille das Ziel gewesen, der Nachgeschmack sei ein wenig bitter. "Mich hat's ja fast niedergehaut, wenn wir ehrlich sind. Ich hab voll gefightet, dass ich nicht niedersitze, wenn ich das schön lande, sind das locker zehn Punkte mehr."

🏂 Snowboard: Slopestyle, Frauen

  • 🥇 Zoi Sadowski Synnott (NZL) 92,88 Punkte
  • 🥈 Julia Marino (USA) 87,68
  • 🥉 Tess Coady (AUS) 84,15
  • Weiter: 6. Anna Gasser (AUT) 75,33

Dies hätte bei 75,33 Punkten für Gasser Bronze eingebracht, der Score der drittplatzierten Australierin Tess Coady lautete 84,15. Die Qualifikations-Beste Synnott fing mit einem Traumlauf als letzte am Start stehende Athletin mit 92,88 Punkten die US-Amerikanerin Julia Marino (87,68) noch ab. Titelverteidigerin Jamie Anderson aus den USA ging diesmal leer aus und wurde nur Neunte.

Gasser kann sich nun bereits auf ihren zweiten Einsatz im Big Air konzentrieren, dort hatte sie vor vier Jahren in Pyeongchang Gold gewonnen. Sie übersiedelt nun in die Hauptstadt Peking, wo die Ausgangslage auf der einzigen permanenten Big-Air-Schanze weltweit doch "ein bissl" eine andere sei. "Im Big Air bin ich doch stärker als im Slopestyle. Meine Stärke sind meine Sprünge und die Luft. Im Big Air ist nur Luft." Ihren Zugang könne sie aber nicht verändern. "Man muss auch im Big Air voll riskieren, wenn man Top drei sein will."

"Alle, die am Podium stehen, haben sich das komplett verdient"

Nach dem ersten Durchgang noch Siebente, gelang Gasser auch mit ihrem zweiten Final-Run keine Verbesserung, sie fiel auf Position 11 zurück. Die Kärntnerin wagte über die Kicker mit viel Geschwindigkeit viel, konnte aber jeweils einen "Backside Double-Cork 1080" nicht stehen und stürzte. In ihrem letzten Lauf kam sie zwar bis und über den letzten Kicker, bei der Landung eines "Frontside Double Underflip 900 Indy" blieb sie aber hängen.

Kurz darauf war sie dennoch Teil der Jubeltraube, die sich um die Medaillenträger gebildet hatte. "Alle, die am Podium stehen, haben sich das auch komplett verdient. Wir sind auch alle Freundinnen", wird im Freestyle-Lager der olympische Gedanke der Völkerverständigung gelebt. "Solange man mit seinem Fahren zufrieden ist, geht es gar nicht so um die Medaillen, sondern dass man seine beste Leistung zeigen kann", strich Gasser hervor. "Es war ein cooles Finale mit so guten Runs von den Mädels - es ist viel weitergegangen in den letzten acht Jahren. Das haben wir auf großer Bühne zeigen können." (APA, TT.com)


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