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Asylquartier in Drasenhofen: Was die Jugendlichen nun tun

Offiziell befinden sich noch acht von den 16 jungen Männern in Österreich. Andere sind untergetaucht.

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Das Asylquartier, wo sich die jungen Flüchtlinge befanden, war umzäunt und wurde von Securitys samt Hunden bewacht.
© APA/Fohringer

Wien – Der niederösterreichische FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl muss sich derzeit wegen des Vorwurfs des Amtsmissbrauchs vor Gericht verantworten, weil er 2018 jugendliche Flüchtlinge in ein mit Stacheldraht umzäuntes Asylquartier in Drasenhofen bringen ließ. Bewacht wurde die Unterkunft von Wachpersonal mit Hunden. Die Flüchtlinge konnten laut einem Bericht der Kinder- und Jugendanwaltschaft das Quartier nur begrenzte Zeit in Begleitung von Securitys verlassen, der Kontakt mit außen wurde unterbunden. Im Verfahren sprach der für Asylagenden in Niederösterreich zuständige Waldhäusl von „notorischen Unruhestiftern“ im Zusammenhang mit den Flüchtlingen.

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Die Tageszeitung Der Standard hat eruiert, was die damaligen Jugendlichen heute tun. Alle sind männlich, einer flüchtete aus dem Irak, ein anderer aus Ghana – alle anderen migrierten aus Afghanistan. Viele von ihnen waren damals tatsächlich mit dem Gesetz in Konflikt geraten – wegen Drogenhandels, Gewaltdelikten, gefährlicher Drohung gegen BetreuerInnen oder Diebstahls. Einer der Afghanen spielte in einem Video mit einer Schreckschusspistole, die Polizei musste daraufhin ein Waffenverbot aussprechen. Acht der 16 befinden sich noch offiziell in Österreich. Einer von ihnen macht eine Lehre, andere arbeiten auf Baustellen oder in Lagerhäusern. Einige wollten gar nichts erzählen – darunter ein Afghane, der heute in Innsbruck lebt. Zwei versuchten ihr Glück im Ausland – in Deutschland und Frankreich. Vier sind untergetaucht. Zwei wurden nach Afghanistan abgeschoben. (sas)


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