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Gewalt an Frauen: Gemischte Reaktionen auf Notruf-App

Frauenhäuser und Frauenring kritisieren die geplante App mit stillem Notruf zur Polizei. Gewaltschutzzentren bewerten die Maßnahme positiv.

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Frauen und Mädchen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, können künftig via Handy-App schnell die Polizei rufen.
© dpa/Gollnow

Wien – Die von der Bundesregierung angekündigte Notruf-App für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Mädchen sorgt für Lob und Tadel. Opfer von Gewalt sollen damit künftig via Handy einen „stillen Notruf“ bei der Polizei absetzen können.

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Kritik an dem Vorhaben, das ab März starten soll, kommt von Frauenorganisationen. Betroffene hätten oft kein Vertrauen in die Polizei. Weil sie negative Erfahrungen gemacht hätten oder nicht genau wüssten, was dann passiert, sagte Maria Rösslhumer vom Verein Autonome Frauenhäuser (AÖF) in Ö1.

Auch Klaudia Frieben, Vorsitzende des österreichischen Frauenrings, berichtete von Fällen, in denen Betroffene „von der Polizei nicht ernst genommen wurden und ganz einfach für sehr viele hier auch kein Vertrauen zur Polizei da war“. Um die App zu nutzen, müssen sich Frauen zudem mit ihrer Adresse registrieren. Die Erfahrung zeigt aber laut Frieben: „Dass Frauen gerne lieber, wenn sie Hilfe brauchen, vorerst anonym bleiben wollen.“

Ein weiteres Problem der App: Eifersüchtige Partner würden nicht selten das Handy der Partnerin kontrollieren, warnt Frieben. Statt einer neuen App sollte die bereits bestehende Frauen-Helpline viel stärker beworben werden, fordert Rösslhumer.

Der Bundesverband der Gewaltschutzzentren Österreich sieht die Notruf-App positiv. „Im Rahmen der Sicherheitsplanung, die die Gewaltschutzzentren mit Opfern erarbeiten, ist es ein fixer Bestandteil, im Notfall die Polizei zu verständigen“, heißt es. Lautlos einen Notruf absetzen zu können, könne die Sicherheit der Opfer erhöhen. (TT, APA)

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