Entgeltliche Einschaltung

Acht Tote bei Polizei-Einsatz in Favela von Rio de Janeiro

Bei einem Polizeieinsatz in Rio de Janeiro sind mindestens acht Menschen gestorben. Regierung will nun Maßnahmen ergreifen, um die Tödlichkeit von Polizeieinsätzen zu verringern.

  • Artikel
Gewehre, Handgranaten, Pistolen und eine große Menge Drogen wurden beim Polizeieinsatz in Vila Cruzeiro sichergestellt.
© AFP/De Souza

Rio de Janeiro – Bei einem Polizei-Einsatz in einer Favela der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Polizisten der Spezialeinheit Bope und der Autobahnpolizei hätten in Vila Cruzeiro nach Kriminellen aus Jacarezinho gesucht, berichtete die Polizei des Bundesstaates Rio de Janeiro am Freitag. Es sei zu einem Schusswechsel gekommen. Die verletzten Kriminellen seien ihren Verletzungen erlegen.

Entgeltliche Einschaltung

Sieben Gewehre, 14 Handgranaten, vier Pistolen und eine große Menge Drogen seien bei dem Polizeieinsatz sichergestellt worden. Schulen und Gesundheitseinrichtungen in der Gegend von Vila Cruzeiro blieben laut dem Nachrichtenportal G1 vorerst geschlossen. Vom frühen Morgen an hätte es Feuergefechte gegeben.

Vila Cruzeiro liegt in Nachbarschaft zur Jacarezinho-Favela, die bei einem ähnlichen Polizeieinsatz vergangenes Jahr traurige Berühmtheit erlangte.

Castro will Favelas aufwerten

Der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Cláudio Castro, hatte Ende Januar das Programm "integrierte Stadt" zur "Rückeroberung" der Favelas in Rio vorgestellt, bei dem rund 500 Millionen Real (etwa 81 Millionen Euro) in Jacarezinho und Muzema investiert werden sollen.

In der vergangenen Woche hatte der oberste Gerichtshof in Brasília bestimmt, dass die Regierung von Rio de Janeiro Maßnahmen ergreifen müsse, um die Tödlichkeit von Polizeieinsätzen zu verringern. Das oberste Gericht setzte eine Frist von 90 Tagen zur Vorlage eines entsprechenden Plans.

In Jacarezinho waren im vergangenen Mai beim blutigsten Polizeieinsatz in Rios Geschichte mindestens 28 mutmaßliche Mitglieder von Drogenbanden getötet worden. (dpa)


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung