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Eine „Katastrophen"-Nacht nahm versilberte Puchner gern in Kauf

Die Salzburgerin war in der Nacht „putzmunter" und überprüfte, ob gewonnen Silber-Medaille vom Super-G noch da ist und sie eh nicht träumte.

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Nach einer schlaflosen Nacht stand Puchner am Start zum Abfahrtstraining.
© GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber

Yanqing - So eine Medaille kann den Schlafrhythmus ordentlich durcheinanderbringen. "Ich bin voll geschlaucht, fix und fertig. Die Nacht war richtig schlimm, eigentlich eine pure Katastrophe", erzählte Super-G-Silbermedaillengewinnerin Mirjam Puchner nach dem Abfahrtstraining. So eine Nacht habe sie sich eher vor dem Olympia-Debüt erwartet und nicht danach. "In der Früh bin ich mir vorgekommen, als ob ich gestern weiß Gott was aufgeführt hätte." Dabei wurde nur kurz gefeiert.

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Nach dem Anstoßen im Skiraum mit dem Servicemann, dem Empfang durch das ÖOC im Olympischen Dorf und den Medienterminen lag die Salzburgerin weit vor Mitternacht im Bett. "Ich bin um elf (23.00 Uhr/Anm.) eingeschlafen. Um 20 vor 3 in der Nacht war ich auf einmal putzmunter und bin eineinhalb Stunden da gesessen. Ich habe nicht viel gedacht, im Kopf war nicht viel los, aber der Körper brodelte innerlich, war brutal aufgewühlt. Das war ganz schräg."

Aber sie wolle freilich nicht jammern, so eine Nacht nehme sie nach einer Medaille, die sie auch genießen wolle, gern in Kauf, auch wenn bereits um 6 Uhr wieder Tagwache und dann Abfahrtstraining war. Dieses wollte sie nur "gesund im Ziel" beenden und danach stand ein Nickerchen auf dem Programm. Am besten mit der Medaille in der Nähe, das sollte ihr helfen zu realisieren, was sie geschafft hat. "Ich habe in der Nacht ein paarmal hingegriffen, ob sie eh da ist und ich nicht träume. Ich glaube, ich habe das noch nicht wirklich geschnallt."

Dabei hatte der Super-G-Tag für Puchner bei den Winterspielen in Yanqing überhaupt nicht gut angefangen. "Es hat beim Einfahren nichts zusammengepasst, ich dachte mir, schlimmer kann es nicht mehr werden. Ich habe nicht das Gefühl bekommen, das ich normalerweise brauche, ich bin da sehr empfindlich. Ich weiß aber, dass jede Piste vom Schnee her extrem unterschiedlich ist. Ich bin dann frei fahren gegangen und habe mich konzentriert und darauf vertraut, was auf der Rennpiste passieren wird."

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Und auf ihren Bruder Joachim, der als ORF-Kamerafahrer schon einige Male über die "Rock" gefahren war. Er habe ihr immer signalisiert, dass es für sie passen werde. Und die beiden verstehen sich auch ohne viel Worte gut. "Er hat mir nach meiner Verletzung sehr viel geholfen. In den letzten Jahren hat er sich immer mehr zurückgezogen, weil irgendwann braucht man nicht mehr so viel. Wenn sich die Meinung von ihm mit der Ansicht der Trainer deckt, hält er sich zurück. Zu viel ist auch nicht gut. Er weiß, was ich brauch' und wann genug ist." (APA)


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