Entgeltliche Einschaltung

Gewalt gegen Mädchen und Frauen: Eine Milliarde erhebt sich

In Corona-Zeiten, in denen Frauen vermehrt Gewalt ausgesetzt sind, wird „One Billion Rising“ zum lauten Hilferuf am Valentinstag. Aktuell steht ein Mädchenzentrum vor dem Aus.

  • Artikel
  • Diskussion
Tanzen gegen die Gewalt: Seit 2013 treffen sich weltweit am 14. Februar Menschen auf der Straße, um gegen Gewalt zu protestieren. Morgen Montag auch in Innsbruck.
© Alena Klinger

Innsbruck – Ein Drittel aller Frauen und Mädchen weltweit wird in dessen Leben Opfer von Gewalt – insgesamt mehr als eine Milliarde. Die internationale Straßenaktion „One Billion Rising“ – „Eine Milliarde erhebt sich“ – macht jedes Jahr am 14. Februar darauf aufmerksam. „Der Valentinstag, an dem die Liebe gefeiert wird, ist für uns auch ,V-Day‘, das V steht für Victory, also den Sieg im Kampf gegen die Gewalt“, sagt Doris Stauder vom Verein Frauen gegen Vergewaltigung. Die künstlerische Kundgebung – ein gemeinsamer Tanz – soll kollektive Kraft und Stärke vermitteln und eine Forderung an die Politik sein, umfassende Möglichkeiten der Gewaltprävention zu schaffen.

Entgeltliche Einschaltung

Das Aranea-Mädchenzentrum in Innsbruck ist eine von 15 teilnehmenden Gruppierungen in Tirol, die sich vernetzen, um gemeinsam mehr Gewicht zu haben. Bei der diesjährigen Aktion morgen um 17 Uhr bei der Annasäule in der Maria-Theresien-Straße beteiligen sich auch die „Catcalls of Innsbruck“.

Um Mädchen wieder Raum zu geben, wie Aranea-Geschäftsführerin Katharina Lhotta sagt, sollen junge Frauen mit Kreidespray Botschaften auf die Straße schreiben. Gewalt sollte nicht als gegeben hingenommen werden, dagegen will man in weltweiter Solidarität tanzen. Wer – auch zu Hause – mit dabei sein möchte, kann den Tanz zu dem Lied „Break the Chain“ schon vorher einstudieren, Anleitungen dazu gibt es von Aranea unter https://go.tt.com/one-billion-rising.

Solidarität hat auch Aranea selbst dringend nötig: Die 2006 ins Leben gerufene Mädchenberatung in Innsbruck, die wegen gestrichener Subventionen bereits in viel zu kleine, abgelegene Räumlichkeiten übersiedeln musste, kämpft ums Überleben. „Uns ist ein weiterer Unterstützer weggefallen, es könnte sein, dass wir noch in diesem Jahr schließen müssen.“ Bei Aranea lassen sich Mädchen aus ganz Tirol beraten, viele haben Gewalt-Erfahrungen gemacht.

Die Corona-Krise habe die Probleme weiter verstärkt, wie Doris Stauder sagt: „Die Gewalt hat unglaublich zugenommen, das Thema ist aber leider sehr Tabu-behaftet. Vermutlich werden wir erst in einigen Jahren wissen, was die Pandemie angerichtet hat.“

Dieses Jahr steht „One Billion Rising“ unter dem Motto „Erhebt euch für die Körper von Frauen, Mädchen und der Erde“. Damit wird auf einen weiteren zentralen, globalen Missstand aufmerksam gemacht – den Umgang des Menschen mit der Natur, der zur aktuellen Klimakrise führt. (ms)


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung