Entgeltliche Einschaltung
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Kommentar zum Transitgipfel in Wien: Höhere Maut ist zu wenig

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Peter Nindler

Kommentar

Von Peter Nindler

Entgeltliche Einschaltung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) müssen jetzt liefern. Das Versprechen einer Korridormaut auf der Brennerachse mit entsprechend höheren Lkw-Mauttarifen in Bayern und Südtirol/Trentino – aktuell betragen sie rund 16 Cent pro Kilometer – ist zu wenig, eine Erhöhung rasch umzusetzen. Söder tritt mit seinem Mautschwenk freilich als Umwelt-Apostel auf, ist aber weit davon entfernt, einer zu sein. Seine Strategie dürfte allerdings klar sein, die jüngst im EU-Parlament beschlossene Eurovignette hilft ihm dabei: weil emissionsarme Lkw künftig deutlich weniger Straßenbenützungsgebühren zahlen.

Die bayerische Transportwirtschaft wird ihre Brenner-Flotte rasch auf Wasserstoff umrüsten und ihre Diesel-Laster auf anderen Strecken einsetzen. Nicht umsonst werden augenblicklich in Bayern Wasserstoffprojekte mit einer Milliarde Euro gefördert. Italiens Frächter dürften ebenfalls umrüsten, damit wären Rom und Berlin bei einer höheren Korridormaut fein heraus. Es würde sie nur eingeschränkt treffen. Und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die in die osteuropäischen EU-Staaten ausgelagerten Spediteure gleichfalls diesen Weg einschlagen. Dann gebe es zwar höhere Mauten, doch der Brenner-Transit wird bei abnehmender Luftbelastung nicht weniger.

Die Transitpolitik darf deshalb nicht allein auf die Korridormaut beschränkt werden, für die Verlagerung auf die Schiene benötigt es vielmehr strikte Verlagerungsmaßnahmen. Und das rasch.


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