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"Stop War, Stop Putin": Weltweite Solidaritätswelle für die Ukraine

Ein Krieg in Europa – nicht nur in den Nachbarländern der Ukraine herrscht Fassungslosigkeit. Weltweit machen Menschen gegen Wladimir Putin und seine Invasion mobil. Auch Prominente protestieren.

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Weltweit demonstrierten Menschen gegen Putin und zeigten Solidarität mit der Ukraine.
© imago

Berlin, Wien – Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hat in Österreich, Deutschland und vielen anderen Staaten Wut und Bestürzung ausgelöst. Rund um den Globus gingen Demonstranten aus Solidarität zu dem osteuropäischen Land auf die Straße. Gebäude und Monumente wurden in den blau-gelben Farben der ukrainischen Flagge beleuchtet – vom Brandenburger Tor über das römische Kolosseum und Downing Street 10 in London bis zur Flinders Street Station im australischen Melbourne und dem Befreiungsdenkmal am Landhausplatz in Innsbruck.

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Russland

Viele Russen sind nicht mit dem Kriegs-Kurs von Präsident Wladimir Putin einverstanden. Bei Protesten in zahlreichen Städten wurden Bürgerrechtlern zufolge mehr als 1700 Menschen festgenommen. Das Bürgerrechtsportal Owd-Info registrierte Aktionen in Dutzenden russischen Städten - trotz eines verhängten Demonstrationsverbots und angedrohten Strafen. In der Hauptstadt Moskau riefen etwa 1000 Menschen auf dem zentralen Puschkin-Platz "Nein zum Krieg!"

📽️ Video | Friedensaufrufe in Russland: Landesweit zahlreiche Festnahmen

Österreich

Mehr als 350 Demonstranten haben sich am frühen Donnerstagabend in Wien-Landstraße versammelt, um in der Nähe der russischen Botschaft gegen den Krieg in der Ukraine zu protestieren. Während Aktivisten in ukrainischer Sprache Slogans proklamierten, in den neben Ruhm der Ukraine auch Tod den Feinden gewünscht wurde, fanden sich auf Plakaten zahlreiche Sprüche auch in russischer Sprache gegen den Krieg. Mit "Ich gebe ohne Kampf nicht auf" wurde insbesondere ein Hit der ukrainischen Band "Okean Elsy" gemeinsam intoniert.

Bereits zuvor hatten sich in Wien und Salzburg Menschen zu Solidaritätskundgebungen mit der Ukraine versammelt. In Wien waren etwa 200 Demonstrantinnen und Demonstranten vor dem Parlamentsausweichquartier in der Hofburg und am Minoritenplatz in der Innenstadt zusammengekommen.

In Innsbruck leuchtet am Donnerstag das Befreiungsdenkmal am Landhausplatz in den ukrainischen Farben, am Innsbrucker Rathaus wurde die ukrainische Fahne gehisst. Außerdem wird am kommenden Montagabend das Goldene Dachl mit den Farben der ukrainischen Flagge beleuchtet.

In zahlreichen Bundesländern werden am Freitag Gebäude in den ukrainischen Nationalfarben blau-gelb beleuchtet. In Wien und Klagenfurt wurde am Freitag am Rathaus bzw. am Amt der Kärntner Landesregierung die ukrainische Flagge gehisst.

Als Solidaritätsbekundung für die Ukraine wurde heute bei Einbruch der Dämmerung das Befreiungsdenkmal am Landhausplatz in Innsbruck in den ukrainischen Nationalfarben blau und gelb beleuchtet.
© Land Tirol/Die Fotografen

Deutschland

In Berlin versammelten sich laut Polizeiam Donnerstagabend rund 2500 Menschen vor dem Brandenburger Tor, 1500 protestierten vor dem Bundeskanzleramt. Auch an der russischen Botschaft gab es Proteste. Leipzig hisste aus Solidarität mit der Partnerstadt Kiew die ukrainische Flagge am Neuen Rathaus. Bei Demos kamen hier mehr als 5000 Menschen zusammen. Viele hielten Lichter oder Schilder, auf denen unter anderem "Hände weg von der Ukraine" stand.

Tschechien

In Prag fanden die größten Aktionen mit insgesamt rund 5000 Demonstranten auf dem Wenzelsplatz in der Innenstadt sowie vor der russischen Botschaft im Diplomatenviertel Bubenec statt. Auf Spruchbändern war "Stoppt Putin" und "Wir geben die Ukraine nicht auf" zu lesen. Die Ukraine ist von Tschechien weniger als 400 Kilometer entfernt.

📽️ Video | "Stoppt diesen Wahnsinn": Antikriegs-Demos in Europa

Italien

In Rom versammelten sich Protestler unter anderem vor dem in den ukrainischen Farben angestrahlten Kolosseum. Viele trugen die blau-gelbe Flagge in den Händen. Auch vor der russischen Botschaft kam es zu einer Kundgebung. Der Parteichef der Sozialdemokraten, Enrico Letta, lag sich dabei mit fassungslosen Menschen in den Armen. Auch vor die berühmte Mailänder Scala zogen Protestierende.Ungarn

In Budapest richteten sich die Proteste nicht nur gegen die Invasion Russlands, sondern auch gegen die in den letzten Jahren moskaufreundliche Politik des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Dieser rang sich am Donnerstagnachmittag auf Facebook zu Kritik an Russland durch: "Gemeinsam mit unseren EU- und Nato-Bündnispartnern verurteilen wir das militärische Vorgehen Russland."

Spanien

In Madrid gab es prominente Unterstützung für Kiew: Hollywoodstar Javier Bardem (52, "No Country for Old Men") protestierte zusammen mit Spaniern und Ukrainern vor der Botschaft Russlands gegen den Krieg. "Die Opfer sind immer dieselben: Frauen, Kinder, ältere Menschen", sagte der Oscargewinner.

Schweiz

Mit Kerzen und Lichtern riefen in Zürich rund 1000 Menschen zum Frieden auf. Am Sitz der Bundesregierung in Bern kamen mehrere hundert Menschen mit ukrainischen Wurzeln und Schweizer zusammen. "Kein Geld für russische Oligarchen", stand auf einem Transparent. Die Schweiz hatte beschlossen, russische Konten auch von Leuten, die in der EU mit Sanktionen belegt sind, nicht einzufrieren.

Von Europa bis Australien

Kundgebungen gab es auch in Israel, wo es sowohl eine große russisch-stämmige als auch eine große ukrainisch-stämmige Gemeinde gibt. "Stop Putin, Stop War", stand auf Schildern. Auch in Zypern der Türkei, der Slowakei, LIitauen, Dänemark und Schweden protestierten Demonstranten. Norwegen projizierte die Flagge der Ukraine auf das Osloer Rathaus, wo alljährlich der Friedensnobelpreis verliehen wird. In Irland wurde ein Wappen an der russischen Botschaft mit blutroter Farbe übergossen.

Auch in Japan und Australien gingen Menschen auf die Straße. In Martin Place im Herzen von Sydney kam es zu einer spontanen Aktion. Eine Teilnehmerin aus der Ostukraine sagte: "Ich fühle mich absolut hilflos und kann nichts tun, außer durch Mobilisierung wie hier um eine Intervention zu bitten."

USA

Hunderte Menschen demonstrierten in New York gegen den russischen Einmarsch in die Ukraine. In der Millionenmetropole an der US-Ostküste leben rund 150.000 Ukrainer. (dpa, TT.com)


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