Bezirk Lienz

Laiendolmetscher in Lienz: Mit der Muttersprache helfen

Katrin Mitterdorfer vom FBZ, Mina Saiedi, Liza Maskhudova, Neslihan Tozar und Haneen Alsaleh (v. l.) bei der Projektpräsentation.
© Oblasser

Das Frauenberufszentrum Lienz bildete Laiendolmetscherinnen für die Beratung aus.

Von Catharina Oblasser

Lienz – Neslihan Tozar ist in Lienz geboren, ihre Eltern kamen vor über 30 Jahren nach Österreich. Das Übersetzen ist für die 27-Jährige nichts Neues. „Das habe ich früher schon für meine Eltern gemacht. Jetzt dolmetsche ich bei Beratungen im Frauenberufszentrum und übersetze auch Folder ins Türkische.“ Mina Saiedi kam selbst als Asylwerberin aus dem Iran nach Österreich. „Hier bin ich jetzt seit vier Jahren und drei Monaten. Ich habe im Frauencafé gedolmetscht und helfe ehrenamtlich mit“, erzählt die 44-Jährige. Die persischen Sprachen Dari und Farsi sind ihr Gebiet. Haneen Alsaleh stammt aus Syrien und lebt seit acht Jahren in Lienz. Sie ist gelernte Köchin und betreibt mit Mutter und Schwester das arabische Restaurant „Lotus“ in der Lienzer Innenstadt. Wenn im Frauenberufszentrum Arabisch gebraucht wird, ist sie zur Stelle. Liza Maskhudova übersetzt Russisch und Tschetschenisch und dolmetscht, wenn es Sprachbarrieren gibt. Die 51-Jährige lebt seit 15 Jahren in Osttirol. Sie unterstützt mit ihren Sprachkenntnissen Asylwerber und Menschen, die wenig Deutsch können.

„In Osttirol findet man für manche Sprache kaum professionelle Dolmetscherinnen“, berichtet Itta Tenschert, Leiterin des Frauenberufszentrums (FBZ) Osttirol. „Deshalb arbeiten wir mit Laien.“ Gerade in der Beratung ist wichtig, dass die Klientinnen verstehen, worum es geht, und dass sie sich selbst direkt äußern können. Dabei helfen Neslihan Tozar, Mina Saiedi, Haneen Alsaleh und Liza Maskhudova.

Die Ausbildung erfolgte im Rahmen eines österreichweiten Projekts namens „Etablierung von Dolmetscherinnen-Pools in Frauen- und Mädchenberatungsstellen“. Auch wenn es um die eigene Muttersprache geht, so brauchen Dolmetscherinnen dennoch spezielles Rüstzeug, wenn sie bei Behördenterminen, Arztbesuchen oder anderen Gelegenheiten sprachlich vermitteln. „Es gab eine rechtliche Einschulung“, führt Itta Tenschert aus. „Genauso wichtig ist, professionelle Distanz zu wahren, neutral zu bleiben und – sehr wichtig – die Verschwiegenheit.“

Auch andere Einrichtungen und Unternehmen können die Dolmetscherinnen bei Bedarf anfragen. Unter fbz.osttirol@v-ega.at ist der Kontakt möglich.

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Catharina Oblasser

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