Tirol

Mit den Temperaturen steigt die Zecken-Gefahr

Zecken sind bereits ab einer Temperatur von 5 Grad auf Gräsern und im Gebüsch anzutreffen.
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Innsbruck – Auch wenn die hohen Temperaturen noch nicht dauerhaft bleiben dürften, sollte man ab sofort damit rechnen, dass die Zecken wieder aktiv sind und die Gefahr der durch Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) steigt. 2021 etwa wurde bereits im März der erste FSME-Fall gemeldet.

Zecken seien ab einer Temperatur von 5 Grad auf Gräsern und im Gebüsch anzutreffen, meldete gestern der Verband der Österreichischen Impfstoffhersteller (ÖVIH) via Aussendung. „Außerdem sollte man nicht dem Irrtum unterliegen, dass man in der Stadt oder in manchen Bundesländern keine FSME bekommen kann“, betont Prof. Ursula Kunze vom Zentrum für Public Health an der MedUni Wien: „Leider gilt das ganze Land als Endemiegebiet. Man kann den Zecken und der FSME nicht aus dem Weg gehen, aber man kann sich leicht schützen. Und das geht nach wie vor am besten durch die FSME-Impfung.“

Im Vorjahr mussten 128 FSME-Patienten im Krankenhaus behandelt werden. Rund die Hälfte der Patienten war über 50 Jahre alt, 42 Prozent hatten einen schweren Verlauf. Die Bundesländer mit den höchsten Fallzahlen waren Oberösterreich (48), Tirol (25) und Salzburg (19).

Zwar habe sich seit Einführung der FSME-Impfung die jährliche Fallzahl deutlich reduziert, dennoch wäre eine weitere Reduktion möglich, ist Kunze überzeugt: „Wir haben zwar eine hohe Anzahl an Personen in Österreich, die irgendwann einmal gegen FSME geimpft wurden, jedoch sind viele bei der Auffrischung nicht so genau. Nur wenn man sich an das empfohlene Impfintervall hält, ist man sicher vor der Erkrankung geschützt.“

Außerdem würden die Fälle schwerer Verläufe bei Kleinkindern zeigen, dass man auch nicht zu lange mit der Grundimmunisierung warten sollte, gerade wenn man in einem Bundesland lebt, in dem jedes Jahr besonders viele FSME-Infektionen vorkommen. Die Impfung ist bereits ab dem Alter von einem Jahr zugelassen, in Ausnahmefällen kann sogar schon ab sechs Monaten geimpft werden. (TT)

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