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„Wir wollen unser Potenzial ausleben!“

Starke Frauen bei Raiffeisen in Tirol (v. l.): Karin Kößler (Prokuristin RRB Hall), Karin Nail (Vorständin RB Kitzbühel – St. Johann), Christine Hofer (GF Raiffeisen Werbung Tirol), Sonja Müller (Abteilungsleiterin RB Telfs-Mieming), Marlies Mühlberger (Prokuristin RBB Kufstein).
© Raiffeisen/Aria Sadr-Salek

Frauen bei Raiffeisen gezielt zu fördern, das ist das Anliegen der 2018 gegründeten Netzwerkinitiative „frieda“, die nun sogar ein eigenes Mentoring-Programm für junge Kolleginnen ins Leben gerufen hat.

Sie nennen sich kurz und bündig „frieda“, sind eine Gruppe von engagierten und selbstbewussten Führungsfrauen und Expertinnen und haben nichts weniger vor, als Raiffeisen in Tirol ein „weiblicheres“ Führungs-Image zu verleihen. Was höchst an der Zeit sei, denn kein Unternehmen könne es sich mehr leisten, das enorme Potenzial von Mitarbeiter:innen, insbesondere natürlich von Frauen, nicht zu heben und gezielt zu fördern, erklärt Carolin Czermak, HR-Expertin und Mitgründerin von „frieda“.

„frieda“ – der Name ist zugleich Programm

Der Name der 2018 gegründeten Initiative ist ja per se schon Programm und Ansage. „Zweihundert Jahre stand unser Gründungsvater Friedrich Wilhelm einsam an der Spitze von Raiffeisen. Daher haben wir ihm mit „frieda“ hier in Tirol nun weibliche Sparringspartnerinnen zur Seite gestellt“, erklärt Christine Hofer, Geschäftsführerin der Raiffeisen Werbung Tirol, mit einem Augenzwinkern.

Und Karin Kößler, Leiterin Marktfolge der Raiffeisen Regionalbank Hall und ebenfalls „frieda“-Gründungsmitglied der ersten Stunde, ergänzt: „Es gibt ja einiges, was wir Frauen von unseren männlichen Kollegen und Chefs lernen können – zum Beispiel, sich gut zu vernetzen.“ Daher sei Vernetzung, Austausch und wechselseitige Unterstützung ein zentrales Ziel der Initiative. Sie selbst habe durch „frieda“ viele top ausgebildete, hochkompetente Frauen kennen gelernt und sich aus diesen Kontakten schon viele Anregungen für die eigene Arbeit holen können. Ganz wesentlich sei es zudem, Frauen bei Raiffeisen gezielt vor den Vorhang zu holen, ihren Potenzialen, Bedürfnissen und Karrierewünschen ein Forum zu geben.

Platz für neue Arbeitsmodelle

„In Sachen Frauenförderung bei Raiffeisen gibt es schon noch Luft nach oben“, findet auch Sonja Müller, Abteilungsleiterin bei der Raiffeisenbank Telfs-Mieming. Daher sei es wichtig, sich sektorweit zusammenzuschließen und immer wieder auf sich aufmerksam zu machen. „Sonst kämpft jede einzeln für sich in ihrer jeweiligen Raiffeisenbank, so können wir uns gegenseitig mit unserer Expertise und unserer Erfahrung unterstützen.“ Selbst wenn sich im Vergleich zur Generation unserer Mütter und Großmütter viel getan habe, sei die Überwindung von überkommenen Klischees und Rollenstereotypen, vor allem im ländlichen Bereich, nach wie vor eine ziemliche Herausforderung, weiß auch Karin Nail von der Raiffeisenbank Kitzbühel – St. Johann. Die zweifache Mutter ist dort seit 2019 Vorständin und hat sich gleich nach ihrer Ernennung das Recht herausgenommen, ein zweites Mal in Karenz zu gehen. „Wir müssen auch Platz schaffen für neue Lebens- und Arbeitsmodelle, so wie das etwa in den nordischen Ländern schon längst eine Selbstverständlichkeit ist.“ Nail sieht sich allerdings weniger als Vorbild denn als Mutmacherin. Auch die studierte HR-Fachfrau Carolin Czermak hat bei ihrer Karriere einen Weg eingeschlagen, der künftig vermehrt Schule machen sollte. Die HR Business Partnerin teilt sich ihre Führungsaufgaben nämlich mit ihrer Kollegin Verena Zacchia, die ebenso wie sie Kinder und Karriere unter einen Hut bringen möchte.

Die Überwindung von Klischees und Rollenstereotypen ist nach wie vor eine Herausforderung.“

Karin Nail, Vorständin Raiffeisenbank Kitzbühel – St. Johann

Fokus auf Weiterbildung

Als Netzwerkinitiative lebt „frieda“ naturgemäß von den regelmäßigen sektorweiten Treffen. Dazwischen stehen immer wieder kleinere Treffen wie die „frieda“-Bezirksfrühstücke auf dem Programm. Ein weiterer Schwerpunkt sind Seminare und Fortbildungsveranstaltungen wie demnächst ein Hearing zur Potenzialerkennung für Führungsaufgaben. Überaus beliebt sind auch gemeinsame Aktivitäten wie die jährliche Reflexionswanderung oder die Teilnahme am Tiroler Frauenlauf. Im Vorjahr wurde zudem erstmals ein Mentoring-Programm zur Unterstützung junger Kolleginnen ins Leben gerufen. Damit habe man nicht zuletzt auf ein pandemiebedingtes Bedürfnis bei vielen jungen Mitarbeiterinnen reagiert.

Aufgrund von Lockdowns und Sicherheitsauflagen war ein sozialer Austausch außerhalb des eigenen Teams oft kaum mehr möglich, erklärt HR-Expertin Carolin Czermak. Durch das Mentoring-Programm haben zehn junge Mitarbeiterinnen in der RLB Tirol die Möglichkeit erhalten, sich über ein halbes Jahr hinweg regelmäßig mit einer erfahrenen weiblichen Führungskraft auszutauschen und sich so Rat und Expertise für die eigene Karriereplanung zu holen – was die Teilnehmerinnen enorm beflügelt habe.

Haben die Mentoring-Gespräche beide sehr genossen: Kommunikations-Teamleiterin Gabriele Zimmermann (l.) und ihr Mentee Eva Kranebitter.
© Raiffeisen/Aria Sadr-Salek

ERMUTIGUNG ZUM KARRIERESTART

Seit eineinhalb Jahren arbeitet Eva Kranebitter im Produktmanagement der RLB Tirol. Einen Normalbetrieb hat sie pandemiebedingt bis dato nicht kennen gelernt. Im Mentoring-Programm sah sie die Chance, von den Erfahrungen anderer starker Frauen zu lernen. „In so einem großen Unternehmen treffen sehr viele unterschiedliche Meinungen aufeinander, das kann einen als junge Frau schon ein wenig einschüchtern“, so Eva. Ihre Mentorin Gabriele Zimmermann habe eine warme Atmosphäre geschaffen, wo sie offen und ehrlich über Bedenken und Selbstzweifel sprechen konnte. Der erfahrenen Marketing-Teamleiterin und zweifachen Mutter war es wichtig, aufzuzeigen, dass man Job und Studium, Karriere und Familie sehr wohl unter einen Hut bringen könne. „Vieles ist möglich, wenn man daran glaubt. Wichtig ist auch zu wissen, dass man nicht alles alleine schaffen muss.“

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