Österreich

Schwierige Zeiten für die Hotellerie in Österreich

Thomas Reisenzahn, Marco Riederer, Roland Pfeffer und Sepp Schellhorn machten einen Ausblick in die Zukunft der Hotellerie.
© Angerer

Die Prodinger Beratungsgruppe sieht große Herausforderungen auf die Hotellerie in Österreich zukommen. Es besteht Handlungsbedarf.

Von Harald Angerer

Kitzbühel – Der sehr gute Februar in den Tourismusregionen lässt die schwierigen Zeiten für die Hotellerie in Österreich in den Hintergrund rücken, doch damit ist die Branche noch keineswegs über den Berg. Die Situation sei eine schwierige, betonte man von Seiten der Prodinger Beratungsgruppe gestern im Rahmen einer Pressekonferenz in Kitzbühel. Dabei wurde die Frage gestellt: „Geht das profitable Zeitalter im Tourismus zu Ende?“

Neben Thomas Reisenzahn, Marco Riederer und Roland Pfeffer von Prodinger gab auch Sepp Schellhorn – Hotelier und Gastronom, Nationalrat a. D., seine Einschätzung ab. „Zusammenfassend kann man die Lage so einschätzen: Den Einsaisonbetrieben im Sommer ist es wirklich sehr gut gegangen, den Zweisaisonenbetrieben ist es gut gegangen, den Einsaisonbetrieben im Winter ist es weniger gut gegangen und der Stadthotellerie geht es bescheiden“, sagt Prodinger-GF Thomas Reisenzahn. Es habe auch keine Überförderung gegeben, „im Gegenteil, es wurde Eigenkapital vernichtet“. Der Gesamtumsatz pro Zimmer sei im Vergleich von Nov. – Jan. 2020 zu Nov. – Jan. 2022 um 37 Prozent zurückgegangen.

„Das erste große Thema ist der Fachkräftemangel“, betont Sepp Schellhorn. Das sieht man auch bei Prodinger so, in den zwei Jahren Pandemie sind 20 Prozent der Mitarbeiter in der Österreichischen Hotellerie verloren gegangen.

„Die Mitarbeiter kosten zu viel und verdienen zu wenig“, betont Schellhorn. Der Kostenfaktor Arbeit müsse verringert werden. Das sei aus seiner Sicht rasch umsetzbar. Zudem gelte es, rasch den Überhang an Gästebetten in der Ferienhotellerie zu reduzieren. Es brauche eine „Abwrackprämie“, wie es Schellhorn nennt. Das bestätigt auch Reisenzahn. Es brauche dringend neue Ideen und Anpassungen für die Branche.

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