„Missionaries of Charity"

Indien stellt Strafverfolgung gegen Mutter-Teresa-Schwestern ein

Gleichzeitig wies das Gericht auch die Anklage gegen zwei Ordensschwestern zurück. (Symbolfoto)
© AFP

Die Anklage wegen Konversion von Mädchen zum Katholizismus sei „substanzlos" gewesen und werde deswegen nicht weiterverfolgt, erklärten die Strafverfolger.

Neu-Dehli – Gegen die von Mutter Teresa gegründete Hilfsorganisation „Missionaries of Charity" (Missionarinnen der Nächstenliebe) wird nicht mehr wegen des Vorwurfs der Konversion von Mädchen zum Katholizismus ermittelt. Die Anklage sei substanzlos gewesen und werde deswegen nicht weiterverfolgt, erklärten die Strafverfolger laut Bericht des asiatischen Pressedienstes Ucanews im westindischen Bundesstaat Gujarat, wie Kathpress am Sonntag meldete.

Gleichzeitig wies das Gericht auch die Anklage gegen zwei Ordensschwestern zurück. Das Verfahren war im Dezember ins Rollen gekommen, nachdem Polizeibeamte ein Waisenhaus der Missionarinnen besucht und die Ordensfrauen über rund eineinhalb Stunden verhört hatten. Die Mädchen seien gezwungen worden, ein Kreuz um den Hals zu tragen und die Bibel aufzubewahren, so der Vorwurf der Anklage.

Die Anklage reihte sich laut Kritikern in eine Reihe von Schikanen gegen den Orden ein, die im August mit einer behördlichen Inspektion des Waisenhauses begonnen hatten. Ende Dezember wurde dem Orden zunächst kurzzeitig das Recht entzogen, Spenden zu erhalten. Dieses Verbot hob die indische Regierung allerdings im Jänner wieder auf. Weiterhin geschlossen ist ein Kinderheim des Ordens im Unionsstaat Uttar Pradesh nach Eigentumsstreitigkeiten um das Grundstück mit dem indischen Militär.

Christen machen 2,3 Prozent der rund 1,3 Milliarden Einwohner Indiens aus. In den vergangenen Monaten nahmen Diskriminierung und Gewalt gegen Christen durch Hindu-Extremisten in fast allen indischen Unionsstaaten stark zu. (APA)

Verwandte Themen