Ausstellung

Galerie Flora: Unterwegs im Nebel, Schnee und Wolkigen

In der Galerie Flora: „Winterbild" von Michael Ziegler.
© Galerie Flora/Ziegler

Landschaftliches aus 100 Jahren in der Innsbrucker Galerie Flora: von Karl Pferschy bis Michael Ziegler.

Von Edith Schlocker

Innsbruck – Die Landschaft ist eines der „ewigen“ Themen in der Malerei und Grafik. 24 Beispiele davon, was Landschaftliches alles sein kann, führt die aktuelle Ausstellung in der Galerie Flora vor. Anhand von Arbeiten meist Tiroler Künstler in den unterschiedlichsten Stilen und Techniken, die in den vergangenen 100 Jahren entstanden sind. Die älteste davon ist unzweifelhaft die Radierung „Dorfgasse aus Judicarien/Giudicarie“ des 1930 in Bozen verstorbenen Karl Pferschy. Der zwar beim großen Carl Moser die Technik des Farbholzschnitts gelernt hat, in dem in der Schau zu sehenden Blatt allerdings eine Idylle ganz im Schwarzweißen erzählt.

Letztlich im Nicht-Farbigen fühlt sich auch Peter Blaas als Landschafter wohl. Minimiert im Miniaturformat zur archaisch verknappten Geste, zum kraftvollen Zeichen. Viel Platz braucht dagegen der Radierer Peter Willburger, um die „Thaurer Felder“ im Wandel der Jahreszeiten zur groß angelegten Metapher für Leben und Tod anzulegen. Zu feinsten Strukturen zerlegt wiederum Gernot Baur zeichnend einen „Baum“, während Marco Szedenik das „Axamer Kögele“ in pastelliger Poesie verpixelt. Wilfried Kirschls Zeichnung „Bei Siena“ wird zum klar linear strukturierten Extrakt, Ernst Reyers Landschaft ist eine in dicken Nebel gehüllte.

Die von Christine Piberhofer gemalten „wolkenwege“ sind letztlich ein atmosphärisch dichtes Puzzle aus farbigen Flecken. Gestisch expressiv löst dagegen Heinz Göbel das Landschaftliche auf, Nino Malfattis in zwölf Farben lithografierte „Rosamunde“ tummelt sich im Hyperrealistischen. Weitaus weniger Farben genügen Chryseldis für ihr symbolisch aufgeladenes Bild eines von Bergen umschlossenen Sees. Nur ein ganz kleines Blatt genügt auch Peter Prandstetter für seine titellose Petitesse, während sein Schüler Michael Ziegler sein Aufbruch suggerierendes „Winterbild“ in für ihn relativ großem Format zelebriert.

Eine Klasse für sich ist in seiner neusachlichen Bildsprache das „Winterbild“ von Oswald Haller genauso wie – obwohl ein Exote in diesem Kontext – das „Stillleben mit Teekanne“ von Gerhild Diesner. Wie in gewisser Weise auch Elisabeth Mosers Linolschnitt „Die Pilzsammlerin oder der Freud’sche Traum“ bzw. Maria Tomasellis mustrig in der Fläche ausgebreitete Zeichnung „Olinda“.

Bei Walter Nagl und Erwin Reheis wird die Landschaft zum Stillleben, bei Rudolf Hradil, Wolfgang Günther und Gottfried Salzmann letztlich zum Vorwand, um frei mit Farben und Formen zu experimentieren.

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