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Flüchtlingshilfe am Wiener Hauptbahnhof wieder voll angelaufen

Immer mehr Flüchtlinge aus der Ukraine kommen in Österreich an. Die Caritas hat Info-Stützpunkte am Wiener Hauptbahnhof errichtet. Viele reisen von hier aus weiter in andere EU-Staaten.

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Immer mehr Menschen kommen in Wien an. Für viele ist Österreich nicht die letzte Station ihrer Flucht.
© TOBIAS STEINMAURER

Wien, Kiew, Moskau – Sie sind wohl die Vorboten der schlimmsten humanitären Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg: Seit Tagen steigt die Zahl der Menschen, die nach einer oft chaotischen Flucht aus der Ukraine in Österreich landen, stetig an. Ein Hotspot dabei ist erneut der Wiener Hauptbahnhof – vorerst fungiert er vor allem als Transitstation. Es sind großteils Mütter mit ihren Kindern, die sich bei den Info-Stützpunkten der Caritas am Hauptbahnhof sammeln.

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Die meisten Vertriebenen sind nur mit leichtem Gepäck unterwegs, da die Flucht zu überhastet war, um noch viel einzupacken. "Ich habe mich mit meinen Kindern von Kiew nach Rumänien durchgeschlagen", erzählte eine Vertriebene. Irgendwie landete sie dann in Wien. "Unser Ziel ist aber Frankreich, weil da mein Bruder lebt", sagte sie. Der Vater der Kinder musste zurück bleiben, um zu kämpfen. Ob ihn die Frau und seine Kinder jemals wiedersehen, ist ungewiss.

Acht von zehn Flüchtlingen reisen derzeit weiter

Derzeit ist Österreich – noch – vor allem ein Transitland. Von den bisher rund 45.000 in Österreich gezählten Flüchtlingen reisten 75 bis 80 Prozent weiter, da andere europäische Länder wie Frankreich, Italien oder Deutschland viel größere ukrainische Communitys haben. Entsprechend sind die Übersetzerinnen und Übersetzer der Caritas am Bahnhof vor allem damit beschäftigt, den Betroffenen bei der Weiterreise zu helfen. Für Flüchtlinge, die die Nacht am Bahnhof verbringen müssen, wurde ein Notquartier mit 50 Feldbetten eingerichtet. 40 Personen pro Nacht nehmen dieses Angebot derzeit in Anspruch, viele schlafen aber auch in den Wartehallen.

Die Rolle Österreichs als Transitland dürfte sich nach Ansicht des Generalsekretärs der Wiener Caritas, Klaus Schwertner, in den kommenden Wochen aber wohl ändern. "Wir stehen vor der größten humanitären Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg", sagte er. Schwertner rechnet mit einer Fluchtbewegung von ungeahnten Ausmaßen. Schon jetzt – am Anfang des Krieges – zählt das Flüchtlingshilfswerk UNHCR 1,7 Millionen Vertriebene. Mehr als eine Million davon befindet sich alleine in Polen. Die Polen sind Schwertner zufolge zwar unglaublich hilfsbereit, werden die Probleme aber unmöglich alleine bewältigen können.

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📽️ Video | Bisher über 1,7 Millionen Kriegsflüchtlinge

Riesige Hilfsbereitschaft im Inland

Die Passanten am Hauptbahnhof nehmen jedenfalls großen Anteil am Schicksal der Vertriebenen. Immer wieder fragen sichtlich betroffene Menschen, wie sie helfen können und werfen Geld in die Spendenboxen der Caritas. "Wir erleben eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft", unterstrich Schwertner. Über 10.000 Österreicher und Österreicherinnen haben bereits ihre Unterstützung angeboten bzw. für die Betroffenen gespendet.

Angesichts der zu erwartenden humanitären Katastrophe braucht es nun vor allem Wohnraum für die Vertriebenen – und leider nicht nur für einige Tage. Denn es ist Schwertner zufolge völlig ungewiss, wann die Betroffenen wieder zu ihren zurückgelassenen Familienmitgliedern zurückkehren können. Oder ob sie diese überhaupt jemals wiedersehen werden. (APA)

Spenden und Hilfe für Ukraine

▶️ „Nachbar in Not“

Spendenzweck: NACHBAR IN NOT: Hilfe für die Ukraine

IBAN: AT21 2011 1400 4004 4003

BIC: GIBAATWWXXX

Spenden können auch per SMS abgewickelt werden. Senden Sie dazu eine SMS mit Ihrem Spendenbetrag zwischen 1 und 50 Euro an +43 664 660 44 66.

Das Rote Kreuz hat auch eine Online-Spendenmaske eingerichtet.

▶️ „Netzwerk Tirol hilft“

„Netzwerk Tirol hilft“ – Spenden für hilfsbedürftige UkrainerInnen in Tirol

Bankverbindung: Hypo Tirol

Bankkonto: Netzwerk Tirol hilft

IBAN: AT86 5700 0300 5320 1854

BIC: HYPTAT22

Kennwort: Ukraine

▶️ Caritas

www.caritas.at/ukraine

IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560

BIC: GIBAATWWXXX

Kennwort: Ukraine Soforthilfe

▶️ Unterkünfte

Bei der Flüchtlingsunterbringung wickelt der Bund die Akutversorgung ab. In weiterer Folge stimmen sich Bund und Bundesländer hinsichtlich Unterkunftsmöglichkeiten eng ab.

Personen, Institutionen oder Gemeinden in Tirol, die Unterkunftsmöglichkeiten für Kriegsflüchtlinge anbieten können und wollen, sollen sich an die Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU) oder an das Land Tirol wenden.

E-Mail: nachbarschaftsquartier@bbu.gv.at

E-Mail: unterkunft.ukraine@tirol.gv.at

Alle Einmeldungen werden dort geprüft und beantwortet.

Hinweis: Quartiere bis 150 Betten sind an das Land Tirol, Quartiere über 150 Betten an die BBU zu melden!


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