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Pandemie warf Frauen im Job um zwei Jahre zurück

Corona schadete der Gleichstellung am Arbeitsmarkt. Die Belastung stieg für Frauen stark. Die Lohnschere bleibt deutlich offen.

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Die Corona-Pandemie traf viele Frauen hart – und verfestigte klassische Geschlechterrollen.
© iStock/Alihan Usullu

Wien – Berufstätige Frauen waren von den negativen Folgen der Pandemie stark betroffen: Die Zahl der berufstätigen Frauen sank weiter und ein größerer Anteil von Frauen schied aus dem Arbeitsmarkt aus. Weltweit waren 5,1 Mio. mehr Frauen arbeitslos und 5,2 Mio. weniger Frauen nahmen am Arbeitsmarkt teil, als dies ohne die Pandemie der Fall gewesen wäre. Das geht aus einer Analyse des Wirtschaftsprüfers PwC hervor. Dessen jährlicher „Women in Work Index“ zeigt: Während die OECD-Länder im letzten Jahrzehnt kontinuierlich Fortschritte bei der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen verzeichnet haben, wirft die Pandemie die Gleichstellung am Arbeitsmarkt um weitere zwei Jahre zurück.

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Österreich belegt in dem Index den gleichen Rang wie im Vorjahr und landet auf Platz 24 von 33 OECD-Ländern. Die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt liegt demnach bei 56 % (Männer: 66 %). Die Last der unbezahlten Kinderbetreuung fällt zudem verstärkt auf Frauen.

Laut einer aktuellen Wifo-Studie hatte die Pandemie auf den Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen kaum Einfluss. Er sank im Jahr 2021 auf 12,1 Prozent und war damit niedriger als in den Jahren davor. Seit 2006 ist der Lohnunterschied um elf Prozentpunkte zurückgegangen. Als maßgebliche Faktoren für die geringeren Frauen-Einkommen gibt die Studie geringere Berufserfahrung und die Berufswahl an.

An sich haben sich 2020 laut der Studie kaum Covid-Effekte auf das Arbeitsangebot von Eltern mit Kindern im Vergleich zu anderen Personen gezeigt. Der Anstieg an Betreuungsarbeit hat sich kaum auf Beschäftigungssituation oder -ausmaß ausgewirkt. Vermutet wird, dass Home-Office-Regelungen für Frauen zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie geführt haben.

Eine Wiener Umfrage weist indes auf eine starke Betroffenheit der Frauen durch Corona hin. Laut einer repräsentativen Befragung von 3000 Frauen wurden alte Rollenbilder verfestigt. Belastet fühlen sich junge Frauen und Mädchen genauso wie Mütter, die zusätzlichen Betreuungsaufwand bewältigen mussten. Stark zeigte sich die Betroffenheit bei Alleinerzieherinnen. Auch Vollzeit berufstätige Frauen managen oft die unbezahlte Arbeit – also Kinderbetreuung, Hausarbeit und Pflege von Angehörigen – laut der Befragung zu einem großen Teil allein.

Außerdem: Frauen bleiben bei ihren Pensionsbezügen weiterhin deutlich hinter jenen der Männer zurück. Sieht man das Pensionskonto an, entsteht die Lücke vor allem in den letzten Jahren. Sind Frauen in der Altersgruppe von 30 bis 34 Jahren noch bei einem Wert von 89 % des männlichen Kontostands, fällt dieser Wert im Alter zwischen 55 und 59 auf knapp 70 %. Bei den Alterspensionen gesamt erreichen Frauen 63,1 % der Männerpensionen.

Auf die Vorsorge nicht zu vergessen empfahl Wiener-Städtische-Vorstand Sonja Steßl. Männer würden rund ein Drittel mehr Geld für private Vorsorge zur Seite legen als Frauen.

Die Arbeiterkammer forderte gestern eine Frauenquote auch für Vorstände. Die Aufsichtsrats-Quote wirke. (wer, APA)


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