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Fehlender Podestplatz Wermutstropfen bei stimmungsvoller Flachau-Nacht

Johannes Strolz vergab in der Entscheidung eine komfortable Halbzeitführung und musste sich mir Rang vier begnügen. Manuel Feller konnte seinen Rückstand im Slalom-Weltcup auf Henrik Kristoffersen verringern, glaubt aber nicht mehr an eine Chance.

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Über 10.000 Fans feierten in Flachau eine Slalom-Party.
© GEPA pictures/ Harald Steiner

Flachau - Die Slalomsaison der Männer ist auch beim vorletzten Akt ihren verrückten Gesetzen treu geblieben. Mit Atle Lie McGrath (NOR) gab es in Flachau im neunten Rennen den achten unterschiedlichen Sieger, der Fluch der gescheiterten Halbzeitführenden ereilte diesmal Johannes Strolz. Dass trotz klarem Vorsprung des österreichischen Olympia-Helden nicht mal ein Podestplatz für den ÖSV herausschaute, war der Wermutstropfen einer stimmungsvollen Nacht mit über 10.000 Zuschauern.

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10.300 genau feierten in Flachau beim Nachtrag eines Jänner-Zagreb-Slaloms die Rückkehr der Fans bei Österreich-Skirennen. "Ein Traum! Es ist das Allerschönste, wenn man als Österreicher vor so einem Publikum fahren darf", fand auch Strolz rasch Trost für seinen verpassten Sieg. "Es gibt nichts Geileres. Das sind genau die Momente, von denen man jahrelang träumt und um die man kämpft", zeigte sich der Vorarlberger von der Stimmung auf der Hermann-Maier-Rennpiste begeistert.

Dass es trotz einer runden Sekunde Vorsprung nicht für seinen zweiten Weltcupsieg gereicht hat, sei nur an ihm selbst gelegen, so Strolz. "Natürlich wollte ich das unbedingt gewinnen und es tut weh, dass es nicht geklappt hat." Er sei im zweiten Durchgang aber nicht mehr so gut zurechtgekommen. "Auf den letzten beiden Wellen habe ich gespürt, dass ich den Druck zu stark auf den Fersen habe. Damit habe ich mir schwergetan, voll zu attackieren und die Ski auf Zug zu halten", erklärte der Vorarlberger nach dem Rückfall auf Platz vier und dem um zwei Hundertstel verpassten Podium.

"Ich habe natürlich gehofft, dass es trotzdem reicht", gestand Strolz. "Aber das hat man in dieser Saison schon öfter gesehen. Mit einem nicht perfekten Lauf kriegst du sofort eine auf den Deckel." Er dürfe insgesamt aber nicht jammern. "Mein schlechtester Platz war ein fünfter in Kitzbühel. Ich bin also trotzdem zufrieden."

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Auch Marco Schwarz war über seinen zweiten fünften Platz in Folge happy. "Fünf Hundertstel auf das Podium sind natürlich ärgerlich. Im Mittelteil hätte ich noch Reserven gehabt, da bin ich zu viel Kurven gefahren", analysierte der Kärntner, der zu Saisonende immer besser in Fahrt kommt.

Manuel Feller litt nach Platz sechs vor allem mit den Fans. "Der Platz ist für mich okay. Aber schade für das Publikum, das seit Langem wieder feiern kann, und dann bringt es keiner von uns hundertprozentig auf den Punkt", bedauerte der Tiroler.

Zumindest wurde die Entscheidung im Slalom-Weltcup auf das Finale vertagt, nachdem Wertungs-Leader Henrik Kristoffersen in Flachau über Platz 16 nicht hinauskam. Mit einem Riesenfehler in Lauf eins hatte der Norweger der Konkurrenz die Tür sogar ganz weit geöffnet, schaffte es mit Glück als 28. gerade noch in die Entscheidung.

Feller konnte seinen Rückstand deshalb lediglich von 95 auf 70 Punkte verringern. "Schlussendlich bin ich jetzt ein noch größerer Außenseiter. Vorher war der Rückstand zwar größer, dafür ist jetzt nur noch ein Rennen", rechnete er vor. "70 Punkte aufzuholen wenn nur einer vor dir ist, ist schon schwer. Es sind aber gleich drei und einer von denen wird definitiv stechen", fürchtet Feller. "Die Chance ist also nur noch theoretisch."

Auch Feller blickt dennoch auf eine starke Saison zurück, ist im Riesentorlauf-Weltcup sogar Zweiter. "Im Grunde ist das meine bisher beste Saison. Auch wenn am Ende kein Glasbecher herausschaut."

Feller "verabschiedete" Mittwochabend auch die Märchenwiese, wie er die sonst nur von den Slalom-Frauen frequentierte Strecke im Vorjahr getauft hatte. "Letztes Jahr haben sie für uns einen Eislaufplatz gemacht, heuer einen Funpark hergehaut. Das Thema Märchenwiese kann man abhaken. Von mir aus kann dieses unglaublich coole Rennen fixer Bestandteil bei uns (Männern; Anm.) werden", lobte Feller Flachau.

Lie McGrath bewies als Premieren- wie jüngster Saisonsieger, wie verrückt die aktuelle Slalomsaison ist. "Jeder plattelt an wie gestört. Dem einen oder anderen geht es dann auf", weiß Feller. Diesmal war McGrath der Glückliche, und der junge Norweger trug seinen Teil zur Stimmung bei, denn niemand feiert so schön wie der 21-Jährige. In Flachau schleuderte er zuerst die Stöcke weit von sich, warf dann seinen Helm hoch in die Luft und feuerte die Fans an, mit ihm zu jubeln.

Landsmann Kristoffersen ist beim Finale weiter Favorit auf die Slalom-Kugel. Im ÖSV-Lager glaubt man dennoch an Fellers Chance. "Es hat schon mal wer gewonnen, der 99 Punkte hinten war", erinnerte Herrenchef Andreas Puelacher, für den sein letztes Heimrennen ohne Podestplatz endete. "Man weiß nie, was passiert. Henrik hatte in Flachau Glück, dass er überhaupt noch in der Entscheidung dabei war. Für mich sind es gleich fünf, die noch um die Kugel kämpfen."


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