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Weniger Mädchen als Buben halten sich für talentiert

Die Ursache wird im geschlechterspezifischen Talent-Stereotyp vermutet.

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Paris – 15-jährige Mädchen glauben im Schnitt weniger an die eigenen Talente als gleichaltrige Burschen. Dies ergab eine spezielle Auswertung der internationalen PISA-Studie von 2018, für die mehr als 500.000 Schülerinnen und Schüler in 72 Ländern befragt worden waren. Die Unterschiede sind umso größer, je höher der wirtschaftliche Entwicklungsstatus eines Landes ist und je besser die Leistungen der befragten Schüler sind, ergab die Studie.

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Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) führt üblicherweise im dreijährigen Rhythmus die PISA-Studien durch. Der internationale Vergleich von Schülern umfasst die 38 OECD-Staaten sowie 34 weitere Länder. Neben den Fähigkeiten in Mathematik, in Naturwissenschaften und beim Lesen werden durch die Zustimmung zu bestimmten Aussagen auch Einstellungen der Schüler erfasst. 2018 lautete eine dieser Aussagen: "Wenn ich versage, habe ich Angst, dass ich vielleicht nicht genug Talent habe." Auf alle Befragten bezogen, stimmten 47 Prozent der Buben und 61 Prozent der Mädchen dieser Aussage zu, wie Clotilde Napp von der Universität Paris-Dauphine und Thomas Breda von der Paris School of Economics anlässlich der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse im Journal Science Advances nun mitteilten.

"Der Glaube, dass sie weniger talentiert sind als Buben, kann das Selbstvertrauen von Mädchen beeinträchtigen und dazu führen, dass sie sich selbst schützen und daher herausfordernde Situationen und Chancen vermeiden", schreiben Napp und Breda. Sie führen das Ergebnis auf einen geschlechterspezifischen Talent-Stereotyp zurück: Demnach gelten Burschen in vielen Bereichen, vor allem in Mathematik, als talentierter im Vergleich zu Mädchen. Frühere Studien ergaben, dass Eltern ihren männlichen Nachwuchs für talentierter halten und dass die meisten Mädchen und Buben einen erwachsenen Mann darstellen, wenn sie eine intelligente Person zeichnen sollen. (APA)


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