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Zustrom von Vertriebenen aus der Ukraine nimmt am Wiener Hauptbahnhof zu

Die Zahl der Betroffenen, die in Österreich mit dem Zug unterwegs ist, stieg auf 4500 am Donnerstag. Österreich ist aber weiterhin großteils ein Transitland.

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Derzeit halten sich laut den ÖBB untertags 200 bis 300 Geflohene gleichzeitig auf dem Wiener Hauptbahnhof auf.
© APA/TOBIAS STEINMAURER

Kiew, Moskau, Wien – Der Zustrom von Vertriebenen aus der Ukraine am Wiener Hauptbahnhof nimmt spürbar zu: Derzeit halten sich laut den ÖBB untertags 200 bis 300 Geflohene gleichzeitig auf dem Areal auf, bei einer sehr hohen Fluktuation durch die vielen Ankünfte und Weiterreisen. Die Zahl der Betroffenen, die in Österreich mit dem Zug unterwegs ist, stieg von 3000 am Montag auf 4500 am Donnerstag. Österreich ist aber weiterhin großteils ein Transitland.

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Die ÖBB haben sich auf den Zuzug inzwischen gut eingestellt. Die Tageswartezone für die Vertriebenen wurde in einen ruhigeren Teil des Bahnhofes neben die Betreuungsstelle der Caritas verlegt. Da die nötige Bestuhlung dafür erst organisiert werden muss, wurden dafür kurzfristig die Stuhle der Besprechungszimmer der ÖBB-Zentrale verwendet. "Die Stimmung unter den Geflohenen ist sehr gefasst", sagte Sprecherin Gabi Zornig.

Notschlafstelle mit 50 Betten

Da 80 Prozent der Vertriebenen weiterreisen, werden schon in den Zügen Infoblätter auf Ukrainisch und Englisch über das weitere Vorgehen verteilt. "Wir arbeiten daran, umfassende Informationen auch mehrsprachig über Websites, Apps und Screens wie etwa Ticketautomaten zu verbreiten", sagte Zornig. Hier soll dann auch auf Unterkunftsmöglichkeiten hingewiesen werden.

Für Vertriebene, die die Nacht am Bahnhof verbringen wollen, um etwa einen Anschlusszug in der Früh zu nehmen, ist die Notschlafstelle mit 50 Betten weiterhin ab 22.00 Uhr geöffnet. "Früher geht es leider aus Sicherheitsgründen nicht", hieß es. 100 Personen verbrachten die Nacht auf Freitag zusätzlich auf dem Areal des Bahnhofes. Die ÖBB unterstrichen erneut, dass niemand zum Übernachten in den Wartehallen gezwungen ist und genügend Quartiere zur Verfügung stehen. Die Stadt Wien brachte am Abend etwa mit vier Bustouren 260 Vertriebene in Unterkünfte.

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Vor allem Frauen mit Kindern

Die Caritas ist mittlerweile rund um die Uhr am Hauptbahnhof. 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Helfer verteilen vor allem Lunchpakete, Hygieneprodukte, warme Getränke, aber auch FFP2-Masken. Der Großteil der Arbeit ist aber auch hier die Organisation der Weiterreise.

Es sind weiterhin vor allem Frauen mit ihren Kindern, die sich am Bahnhof aufhalten. Die meisten sind auch nur mit leichtem Gepäck unterwegs, da die Flucht sehr schnell gehen musste. Kinder konnten noch ein Lieblingsstofftier mitnehmen, einige Erwachsene haben ihre Haustiere in den Armen. "Wir mussten Hals über Kopf aus Kiew fliehen", sagte eine Mutter am Freitag der APA. Wie bei den meisten Geflohenen musste der Vater der Kinder in der Ukraine bleiben, um gegen die russische Armee zu kämpfen.

Neben dem polnisch-ukrainischen Grenzgebiet kommen die meisten Vertriebenen aus Ungarn nach Österreich. Auch hier ist die Stimmung unter der Bevölkerung den Geflohenen gegenüber sehr wohlwollend, wie die österreichische Rot-Kreuz-Delegierte, Lidwina Dox, die von Budapest aus die Hilfe für Menschen auf der Flucht organisiert, der APA sagte. "In den Bahnhöfen sind Plakate angebracht, wo übersetzt 'Wir lieben Euch' steht", beschrieb Dox. Auch bei den Grenzübergängen ist die Lage sehr geordnet. "Die Menschen müssen manchmal länger warten, aber es läuft alles sehr professionell ab."

Ungewiss ist aber, ob der derzeitige Zuzug von Vertriebenen erst der Anfang sein könnte. Viele Hilfsorganisationen befürchten bei zunehmenden Kampfhandlungen, die schlimmste humanitäre Katastrophe in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. (APA)

Spenden und Hilfe für die Ukraine

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▶️ Unterkünfte

Bei der Flüchtlingsunterbringung wickelt der Bund die Akutversorgung ab. In weiterer Folge stimmen sich Bund und Bundesländer hinsichtlich Unterkunftsmöglichkeiten eng ab.

Personen, Institutionen oder Gemeinden in Tirol, die Unterkunftsmöglichkeiten für Kriegsflüchtlinge anbieten können und wollen, sollen sich an die Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU) oder an das Land Tirol wenden.

Alle Einmeldungen werden dort geprüft und beantwortet.

Hinweis: Quartiere bis 150 Betten sind an das Land Tirol, Quartiere über 150 Betten an die BBU zu melden!


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