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"Wenn ich nur aufhören könnt'...": Vielen Sportstars fällt das Ende schwer

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Basketball-Superstar Michael Jordan feierte nach zwei Rücktritten ein Comeback.
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Wien - Wenn Sportler den Rücktritt verkünden, ist ein gesundes Maß Skepsis angebracht. Denn nicht wenige der Größten aller Zeiten haben es im Ruhestand nicht lange ausgehalten und kehrten wieder zurück. Andere blieben ohne Unterbrechung bis in ein biblisches Sportleralter aktiv und fügten ihrem Image dadurch ein paar Kratzer zu. Auf dem Zenit abzutreten, fällt offenbar schwer. Das zeigt aktuell auch Football-Superstar Tom Brady, der gerade einmal eineinhalb Monate loslassen konnte.

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Den allgemeingültigen optimalen Zeitpunkt für den Abschied vom erfolgreichen Sportler-Dasein gibt es freilich nicht. Einer der wankelmütigsten Athleten in dieser Hinsicht war Michael Jordan. Der für viele beste Basketballer der Geschichte verabschiedete sich gleich zwei Mal auf dem Höhepunkt seines Schaffens - aber jeweils nicht bleibend.

Nach den ersten drei NBA-Titeln mit den Chicago Bulls nahm "His Airness" zunächst 1993 den Hut und versuchte sich im Baseball. Angetrieben wurde er unter anderem durch die kurz zuvor erfolgte Ermordung seines Vaters, der den Wunsch gehabt hatte, Michael als Profi-Baseballer zu sehen. Nach dem Comeback 1995 beschenkte der "Oberbulle" Chicago mit weiteren drei Titeln und trat 1998 erneut zurück. Von 2001 bis 2003, als er seinen 40. Geburtstag feierte, spielte er dann aber noch einmal für die Washington Wizards.

Michael Schumacher verließ im Oktober 2006 die Formel 1. Am 29. Juli 2009 kündigte er sein Comeback für Ferrari an, das vorerst nur am Veto der Ärzte scheiterte. Am 22. Dezember 2009 aber wurde schließlich der Vertragsabschluss beim damals neuen Mercedes-Werksteam verkündet. Der Deutsche fuhr noch drei Saisonen, schaffte es aber nur noch einmal als Dritter aufs Podest. Er gilt dennoch als Geburtshelfer des erfolgreichsten Teams der Gegenwart.

Michael Schumacher feierte nach seinem Rücktritt sein Comeback bei Mercedes.
© imago sportfotodienst

Legendär in der Formel 1 ist auch das Comeback des verstorbenen Niki Lauda. 1979 trat der Wiener während des Grand-Prix-Wochenendes in Montreal zurück.

"Warum soll ich wie ein Trottel mit den anderen im Kreis fahren?"
Niki Lauda

Schon drei Jahre später hatte er die Lust wiedergefunden. McLaren holte ihn aus der sportlichen Frühpension, das sollte sich bezahlt machen: 1984 setzte sich Lauda ein drittes Mal die WM-Krone auf.

Annemarie Moser-Pröll verabschiedete sich 1975 mit 22 Jahren vom Ski-Weltcup, ein Jahr später kehrte sie zurück und fuhr 1980 zu Olympia-Gold. Thomas Muster wollte ursprünglich 1999 sein letztes Match auf der ATP-Tour bestreiten, 2010 und 2011 schlug er dann wieder beim Turnier in der Wiener Stadthalle auf. Auch andere Tennisstars wie Björn Borg, Jimmy Connors, John McEnroe oder Martina Hingis kamen teilweise mehrmals zurück und spielten bis weit in ihre 40er. Martina Navratilova gewann 2006 sogar wenige Wochen vor ihrem 50. Geburtstag den Mixed-Bewerb bei den US Open.

Auch seine erste Sport-Pension war nicht von Dauer: Thomas Muster.
© GEPA pictures/ Walter Luger

Football-Star Rob Gronkowski, der immerhin drei Super-Bowl-Ringe gewann, stieg 2019 mit 30 Jahren aus dem Hamsterrad Sport aus und kehrte ein Jahr später - an der Seite von Tom Brady - zurück. Mit den Tampa Bay Buccaneers gewann er noch einmal den Titel.

Skispringer Janne Ahonen reiht sich nahtlos in diese Riege ein. Nachdem er im März 2008 das Ende seiner aktiven Laufbahn bekanntgegeben hatte, legte der Finne bis 2017 drei Comebacks hin. Auch im Boxsport ist das Comeback allgegenwärtig: Muhammad Ali beendete 1978 mit der geglückten Revanche gegen Leon Spinks seine Laufbahn, doch kam schon 1980 ein weiteres Mal zurück und verlor zwei Kämpfe klar. George Foreman trat mit 45 noch einmal in den Ring und wurde ältester Schwergewichts-Weltmeister. Evander Holyfield bringt es auf nicht weniger als fünf Comebacks.

Doch auch ohne zwischenzeitlichen Ruhestand können einige einfach nicht genug kriegen. Eishockey-Legende Jaromir Jagr jagt mit 50 noch immer in der ersten Liga Tschechiens dem Puck hinterher, "Flugsaurier" Noriaki Kasai aus Japan segelte auch mit Ende 40 noch über die Schanzen. Im Fußball setzte der Engländer Sir Stanley Matthews einen Meilenstein in Sachen Ausdauer, indem er bis kurz nach seinem 50. Geburtstag spielte.

Ein Gegenbeispiel ist Doppel-Olympiasiegerin Petra Kronberger, die sich mit nur 23 tatsächlich dauerhaft vom aktiven Skisport zurückzog. Tennis-Ikone Steffi Graf zog als 30-Jährige einen Schlussstrich. Mit 31 Jahren wurde Nico Rosberg erstmals Formel-1-Weltmeister und erklärte fünf Tage später in Wien seine Karriere für beendet. (APA)


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