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Gewessler: Regierung arbeitet mit Hochdruck an Energiepreisentlastung

Die Märkte sind laut Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) an Grenze der Rationalität. Russland liefere vorerst weiter Gas und Öl, man müsse sich aber auf alle Szenarien einstellen.

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Eine massive Teuerung gab es in den letzten Wochen auch an den Zapfsäulen.
© Thomas Böhm

Wien – An dem von der Regierung geplanten weiteren Energiekosten-Entlastungspaket wird nach Angaben von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) mit Hochdruck gearbeitet. Es gehe um ein wirksames, zielgerichtetes Paket, das präsentiert werde, sobald es fertig sei. Der Gasmarkt sei an die Grenze der Rationalität gestoßen. Daher wolle man die Gasbevorratung auf neue Beine stellen, "damit wir geschützt in den nächsten Winter gehen", sagte Gewessler am Dienstag.

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Der Bundesregierung sei das Problem der Teuerung sehr bewusst, daher habe es schon ein umfangreiches Maßnahmenpaket gegeben, erinnerte die Ministerin in einem Pressegespräch zum Jahresprogramm 2022 des Klima- und Energiefonds. Das Maßnahmenpaket hatte ein Volumen von insgesamt 1,7 Mrd. Euro. Laut Gewessler bringt es Haushalten heuer bis zu 800 Euro Entlastung.

Vorerst weiter Öl und Gas aus Russland

An den Energiemärkten würden sofort alle Unsicherheiten weitergegeben, daher gebe es oft an einem Tag starke Preissprünge nach oben oder unten. "Die Gaspreise sind durch die Krise getrieben, das sehen wir." Und man sehe gerade, wohin die Abhängigkeit von Russland auf ganz vielen Ebenen führe. Auf eine Frage zu Öl- und Spritpreisen sagte die Ministerin, man sehe sich an, ob Preise weitergegeben werden – bis hin zu möglicherweise ungerechtfertigten Preisen.

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Es gelte jetzt auf die kriegerische Situation zu reagieren, wobei momentan weiterhin sowohl Erdgas als auch Erdöl aus Russland fließen würden, wie Gewessler betonte. Jedoch müsse man sich auf alle Szenarien einstellen, denn Gazprom sei "kein neutraler Marktakteur".

Energiewende vorantreiben

Kurzfristig, mit Blick auf den nächsten Winter, arbeite man an einer Diversifizierung der Lieferländer und an der Gasbevorratung. Längerfristig gehe es darum, die Energiewende voranzutreiben und den Ausstieg aus fossilen Energieträgern zu beschleunigen.

Auch bei der Gasbevorratung in Österreich habe man gesehen, dass der Markt an seine Grenze komme. Deshalb sei im vergangenen Jahr so wenig eingespeichert worden und Österreich mit recht niedrigen Füllständen in den Gasspeichern in den Winter gegangen. Für geschützte Kunden, also Haushalte, gebe es jetzt schon eine Vorsorgeverpflichtung, die werde auch erfüllt. Die Frage sei, ob dies ausreiche oder ob nicht eine strategische Reserve zu überlegen sei. Man arbeite im Hinblick auf den nächsten Winter "auf beiden Ebenen", so Gewessler. (TT.com, APA)


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