Entgeltliche Einschaltung

Ab April gibt es nur noch zehn Corona-Gratistests

Kompromiss im Koalitionsstreit: Pro Monat gibt es in Zukunft nur noch fünf PCR-Tests und fünf Antigentests gratis. Kontaktpersonen müssen nicht mehr in Quarantäne.

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Der neue Gesundheitsminister Johannes Rauch freut sich über einen „guten Kompromiss“ – und erntet dafür Kritik von der SPÖ. Lob gab es hingegen von der FPÖ.
© imago/Juen

Von Michael Sprenger

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Wien – Der neue Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) wollte vom Prinzip her an der Teststrategie festhalten, sein Regierungskollege, Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP), erteilte am Sonntag den Gratistests eine Absage. Herausgekommen ist nun ein Kompromiss. Ab April gibt es nur noch fünf kostenlose PCR-Tests und fünf kostenlose Antigentests pro Monat. Menschen in Pflege- und Altenheimen sowie symptomatische Personen sollen die Möglichkeit bekommen, sich öfter testen zu lassen. Rauch zeigte sich am Dienstag zufrieden über den „guten Kompromiss“. Wie es mit den Schultests weitergeht, ist noch offen.

Auf Kritik stößt diese Abkehr von den permanenten Gratistests in Wien. Dort hat das Testprogramm, im Unterschied zu den anderen Ländern, von Anfang an gut funktioniert. „Das ist keine gute Vorbereitung für die Zeit im Herbst“, sagte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Wien werde nun die Reduktion der Gratistests analysieren.

Auf Kritik stößt auch die Änderung bei der Quarantäne. Denn künftig müssen sich nicht vollständig geschützte Kontaktpersonen nicht mehr zehn Tage absondern. Für sie sollen künftig Verkehrsbeschränkungen gelten. Diese Personen dürften weiter arbeiten und einkaufen gehen, sie dürfen aber nicht mehr zu Veranstaltungen. Diese Regelung freut der Wirtschaft – und sie gilt bereits ab 21. März.

Ungewohnten Applaus bekam Türkis-Grün von blauer Seite. Die beschränkte Aufrechterhaltung von Gratistests sei „durchaus positiv zu sehen“, anerkannte FPÖ-Chef Herbert Kickl. Die sukzessiven Öffnungsschritte sieht er zudem als Ergebnis des Drucks seiner Partei und der „freiheitshungrigen Bürger auf der Straße“.

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Bürgermeister Ludwig hingegen meinte: Er sei zwar in der Pandemie-Bekämpfung für bundesweit einheitliche Regeln. Aber „wenn ich das Gefühl habe, dass es auf Kosten der Gesundheit der Wiener Bevölkerung gehen wird, dann werden wir abweichende Maßnahmen setzen.“ Die Bundes-SPÖ erkennt einen „Chaos-Kurs“.

Die NEOS wiederum nennen es einen Hohn, dass Ungeimpfte weiter zehn Gratistests bekommen.


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