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Preis für Karl-Markus Gauß: Ein Wanderer ohne Seilschaften

Karl-Markus Gauß erhielt den Buchpreis für Europäische Verständigung

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Karl-Markus Gauß liest am 31. März in der Innsbrucker Wagner’schen. Beginn: 19.30 Uhr.
© APA/Gindl

Leipzig – Bevor der Salzburger Autor Karl-Markus Gauß gestern Abend in der Leipziger Nikolaikirche mit dem mit 20.000 Euro dotierten Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet wurde, fand dort eine von der Stadt und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgerichtete, mit „Recht auf Frieden“ überschriebene Kundgebung statt.

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Auch Gauß, der für seine literarische Feldforschung an die Ränder Europas und sein Buch „Die unaufhörliche Wanderung“ (2020) im Speziellen, gewürdigt wurde, ging in seiner Dankesrede auf den Krieg in der Ukraine ein. Dass der russische Angriff „ein einziges Kriegsverbrechen darstellt“, sei unbestreitbar, so der 67-Jährige. Die Ukraine „ist ein Land vieler Nationalitäten mit verschwimmenden Übergängen“, das nicht einfach über den Umweg der Sprache geteilt werden könne. Daher seien auch die Aufrufe, russische Verlage, Autorinnen und Autoren zu boykottieren „unannehmbar“.

Die Laudatio auf Karl-Markus Gauß hielt die Literaturwissenschafterin Daniela Strigl. Sie würdigte Gauß als Einzelgänger, der ohne Seilschaft und „mit leichtem Gepäck“ – „ohne eherne Wahrheiten, ohne Pathos, ohne Denkverbot, ohne Vorurteile“ – unterwegs sei. Der Buchpreis zur Europäischen Verständigung wird traditionell zum Start der Leipziger Buchmesse vergeben. Die fällt heuer erneut aus. Lesungen und eine von unabhängigen Verlagen organisierte Novitätenschau wird es in den kommenden Tagen trotzdem geben. (jole)

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