Entgeltliche Einschaltung

Parken beim Planötzenhof: ÖVP und FPÖ orten „Abzocke“

Die geplante Parkraumbewirtschaftung beim Planötzenhof spaltet Innsbrucks Stadtpolitik.

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Innsbruck – In seiner jüngsten Sitzung hat der Innsbrucker Stadtsenat die Verlängerung des Benützungsvertrages mit den Österreichischen Bundesforsten für den Wanderparkplatz unweit des Planötzenhofs beschlossen. Damit sei dieser ergänzende 250 m² große Parkplatz, idealer Ausgangspunkt für viele Wanderungen, für weitere fünf Jahre gesichert, betont der für das Ressort „Wald und Natur“ zuständige Vizebürgermeister Johannes Anzengruber (ÖVP). Der – jeweils befristete – Nutzungsvertrag sei ab 2012 abgeschlossen worden, weil es wiederholt zu illegalem Parken auf landwirtschaftlichen Flächen oder am Waldrand gekommen sei, ebenso bei nahegelegenen Betrieben.

Scharfe Kritik übt Anzengruber jedoch an einem Zusatzantrag zur Einführung einer entgeltlichen Parkraumbewirtschaftung, den Grüne, FI und SPÖ im Stadtsenat mehrheitlich angenommen haben. Dies sei „ein brutaler Schlag ins Gesicht“ für alle Erholungssuchenden, befindet Anzengruber. „Es droht eine Tagesparkgebühr von nahezu 10 Euro für einen provisorischen Parkplatz, noch dazu in einer Schräg- und Hanglage.“

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Bereits in der Zwei-Jahres-Planung beim Amt für Wald und Natur habe er ein ganzheitliches Wanderparkplatzkonzept für die Nordkette West, Mitte und Ost beauftragt, „in Anlehnung an die gut funktionierenden Parkplätze“ in Rum, Thaur, Absam oder Gnadenwald, so Anzengruber weiter. „Aber anscheinend will man sich das nicht einmal mehr vorher anschauen und kassiert lieber gleich die Bevölkerung ab.“ Anzengruber fürchtet auch, dass der mit den Bundesforsten vereinbarte Anerkennungszins erhöht werden könnte, wenn die kostenpflichtige Parkraumbewirtschaftung tatsächlich eingeführt werde.

Ähnlich sieht das FPÖ-Vizebürgermeister Markus Lassenberger, der von „Abzocke“ spricht. Auch er führt als Vorbild den kostenlos nützbaren Karwendelparkplatz in Rum an. Offenbar seien die Grünen aber mehr daran interessiert, „die Naherholungssuchenden aus Innsbruck zu vertreiben“.

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Für Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) steht der Handlungsbedarf aber außer Frage: „Am Planötzenhof wird an stark genutzten Tagen kreuz und quer geparkt, teilweise auch in den Wald hinein. Wir wollen hier ein Konzept für ein Ende des Parkchaos und geordnete Verhältnisse.“ Den Vorwurf, die Stadt wolle hier abkassieren, weist sie klar zurück: „Finanziell rentabel sind kleine Parkzonen für die Stadt nicht, weil der Aufwand des Parkautomatenbaus und der Betreuung oft die Einnahmen übersteigt.“ (TT, md)


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