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Galerie Kugler: Haute Couture aus Alublech

Zwei- und Dreidimensionales von Madeleine Boschan in der Innsbrucker Galerie Kugler.

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Titellose Skulpturen von Madeleine Boschan.
© Galerie Kugler/Boschan

Innsbruck – Die Galerie Kugler kennt Madeleine Boschan bestens. Ist es doch die bereits sechste Personale, die die Berliner Bildhauerin für diesen Ort sozusagen „maßschneidert“. Um nun zwei dreidimensionale Arbeiten auf dessen Boden zu stellen sowie eine zweidimensionale an die galeristische Wand zu hängen. Oder eigentlich aus dieser heraustreten zu lassen, umschwebt von einer mystischen Aura, die sich rational dadurch erklärt, dass das vorne weiße „Bild“ hinten monochrom grüngelb bemalt ist und so letztlich auf ganz natürliche Weise geheimnisvoll auf die weiße Wand ausstrahlt.

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Sozusagen als unfassbar ephemeres Element, ein Phänomen, mit dem die 43-jährige Künstlerin gern spielt – genauso wie mit dem für sie nur scheinbar Gegensätzlichen von Linearem und Grafischem, Flächigem und Räumlichem, von Innen und Außen, Statik und Dynamik, Licht und Schatten.

„It’s just a kiss away“ nennt Madeleine Boschan in Anlehnung an einen Song der Rolling Stones ihre Innsbrucker Ausstellung. Deren zwei in den Raum gestellte skulputurale Objekte im Gegensatz zum fast sakral daherkommenden Wandstück intuitiv die aktuell höchst aktuelle Frage nach schützenden Räumen suggerieren. Wenn auch stilisiert zum klar definierten, mehr als zwei Meter langen, drei Millimeter dünnen, letztlich abstrakten Aluteil.

Dessen Außenseite weiß lackiert ist, die Innenseite grüngelb. Formal definiert durch einen Knick, der dem flächigen, unregelmäßig geometrisch definierten Stück Blech so etwas wie Körper verleiht. Um je nachdem, wie es auf den Boden gestellt wird, eine andere Form anzunehmen. Zur Metapher für ein Schutz vor was auch immer bietendes Dach zu werden, aber auch zum fragilen Denkraum oder autonomen, kühl daherkommenden skulpturalen Objekt. Das, indem es in einem höchst fragilen Gleichgewicht den Boden berührt, fast zu schweben, die Gesetze der Schwerkraft zu negieren scheint.

Wobei die Schatten, die diese Skulpturen auf den galeristischen Boden werfen, sich, sobald das künstliche Licht ausgeschaltet ist, ständig verändern und somit jeder rationalen Kontrolle entziehen – genauso wie der Möglichkeit einer eindeutigen Interpretation. Die die international umtriebige Künstlerin, die an der Braunschweiger Hochschule für bildende Künste studiert hat, ganz bewusst offenlässt. Nicht zuletzt der Grund, weshalb sie ihren Arbeiten auch keine Titel gibt. (schlo)


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