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Neuer Bronski-Thriller „Brennweite“: Auf Aichners Achterbahn

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Der gebürtige Osttiroler Bernhard Aichner zählt zu Österreichs erfolgreichsten Krimiautoren. Die „Totenfrau“-Reihe machte ihn bekannt.
© De Moor

Von Joachim Leitner

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Innsbruck – Dass die Leipziger Buchmesse heuer erneut ausfiel, wurde von vielen Branchenbeobachtern „als Katastrophe“ kommentiert. Bernhard Aichner hat sich in seinem neuen Bronski-Thriller „Brennweite“ für den Frühjahrstreff der Buchbranche etwas noch Katastrophaleres ausgedacht. Was genau, sei an dieser Stelle selbstverständlich nicht verraten. Nur so viel: Nicht nur in der erzählten, auch in der echten Welt würden TV-Sender dafür ihr Programm ändern.

„Brennweite“ ist Aichners dritter Krimi um den Presse- und Blutfotograf Bronski und dessen Mitermittlerin Svenja Spielmann in gut eineinhalb Jahren. Aichner arbeitet also schnell. Und er erzählt noch schneller. Diese Schnelligkeit, mit ihren kurzen Sätzen, zackigen Dialogen, zügigen Szenenwechseln und ihren nur wenige Seiten langen Kapiteln, ist aber nicht nur Stilwille. Sie ist Notwendigkeit. Aichners Plots sind letztlich immer Kolportage – und Kolportage muss schnell sein. Dann fällt es nicht ins Gewicht, dass das, was passiert, ziemlich wahnwitzig ist. Der Wahnwitz fällt gar nicht auf, weil die Erzählung keine Zeit zum Durchschnaufen lässt – und zum Darüber-Nachdenken schon gar nicht. Man bleibt dran, wird mitgerissen.

Auch „Brennweite“ ist eine atemlose Fahrt auf Aichners Achterbahn. Alles beginnt harmlos: mit einem Urlaub in Tirol. Schnell wird es seltsam: Ein Pater fällt vom Dach. Ein anderer, seit Jahren mit Blindheit geschlagen, kann wieder sehen, nachdem ihn eine Statue fast erschlagen hätte. Dass dieses wunderliche Wunder und der neuerdings sehende Seher nicht ganz sauber sind, steht sowieso außer Frage. Die Suche nach den Gründen dafür wird zum Rätsel, das Roman und Ermittlungen antreibt. Dunkelstes wird ans Tageslicht geholt: Schockierendes, Perfides und der eine oder andere Psychoschaden. Über diese Abgründe spannt Bernhard Aichner seine roten Fäden. Sonderlich belastbar sind sie nicht. Aber blitzschnelle Balanceakte gehen sich aus. Auch diese Balanceakte machen „Brennweite“ für einen feinen Lesenachmittag oder eine etwas längere Zugfahrt lang spannend. Allzu lang darüber nachdenken soll und muss man sowieso nicht. Der vierter Bronski-Band, heißt es, soll bereits in Arbeit sein.

Thriller Bernhard Aichner: Brennweite. btb, 344 Seiten, 17,50 Euro.

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