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Im Museum Schafwollfabrik in Ried entsteht Strickwolle wie damals

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Edeltraud und Michael Schöpf präsentieren das regionale Produkt „Original Fraunser Schafwolle“.
© Wenzel

Ried im Oberinntal – Das Rohprodukt kommt nach wie vor von den Schafbauern in der Umgebung – freilich nur mehr in kleinen Mengen. Im Museum Schafwollfabrik – im Rieder Ortsteil Frauns – produziert Familie Schöpf damit auf alten Maschinen nach langer Zeit wieder Schafwolle. Es ist „Original Fraunser Strickwolle“, wie der gelernte Weber Michael Schöpf erläutert. Der rastlose Handwerker hat in der stillgelegten Textilmanufaktur mehr als 20 Webstühle, Spinnmaschinen sowie einen Reißwolf aus der Pionierzeit restauriert. Zuletzt hat er eine 100 Jahre alte Zwirnmaschine wieder funktionstüchtig gemacht. „Leider hat sie kein Typenschild.“

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Unzählige Arbeitsstunden steckte Schöpf auch in die Wartung des Kraftwerks am Bach nebenan. Das Besondere: Das Kraftwerk liefert nicht Strom, sondern mechanische Energie. Sämtliche Maschinen im Museum werden über Zahnräder, Gestänge und Schwungräder mit Riemenübertragung bewegt.

Im Winter produzieren Michael Schöpf und sein Sohn Gabriel auf den historischen Maschinen kleine Mengen an Strickwolle, während Michaels Gattin Edeltraud händisch Socken, Mützen oder Handschuhe strickt. Zu den Naturfarben Weiß, Grau, Schwarz und Ocker kamen heuer die neuen Farben Blau, Grün, Rot und Orange dazu. „Ich stricke sehr gerne, jedes Stück ist ein Unikat“, bemerkt Edeltraud. „Bedauerlich ist, dass das Strickhandwerk heute in den meisten Schulen nicht mehr unterrichtet wird.“ Weil nach mehr als 20 Jahren Stillstand auch der alte Teppich-Webstuhl funktioniert, können erstmals wieder Teppiche und Sitzauflagen gewebt werden. Für den Verkauf haben die Schöpfs einen kleinen Shop eingerichtet.

Nach dem ersten Lockdown 2020 gründete die Familie einen Verein, um das „Museum Schafwollfabrik“ zu betreiben. Öffentliches Geld gab es bisher nicht. Zu Dank sei man aber dem Tourismusverband verpflichtet, „der uns beim Marketing kräftig unterstützt“, sagte Michael Schöpf. „Wir können immer wieder interessierte Urlauber begrüßen. Auch Schulklassen haben uns entdeckt.“

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Führungen durch das Museum gibt es jeden Samstag ab 14 Uhr, Anmeldung unter Tel. 0680/3125085. (hwe)


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