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„Am Ende des Regens“ im Westbahntheater: Galopp nahe am Abgrund

Andrew Bovells Familiensaga „Am Ende des Regens“ als engagierte Produktion im Westbahntheater.

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Maria Dörrer-Metnitzer (l.) und Andrea Praxmarer spielen dieselbe Figur in unterschiedlichen Lebensphasen (rechts: Markus Pinter).
© Tauber

Innsbruck – Ein zügiger szenischer Galopp hin und her durch mehrere Generationen mit Stationen zwischen London und dem australischen Outback; dazu Schauspielerinnen, die ein und dieselbe Figur in verschiedenen Lebensphasen darstellen sowie Namensgleichheiten noch zum Drüberstreuen.

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Wem jetzt vom Lesen noch nicht schwindlig ist, der ist bei der neuen Produktion des Innsbrucker Westbahntheaters vermutlich gut aufgehoben. Regisseur Fabian Kametz hat mit seiner Truppe aus Profis und Laien Andrew Bovells dramatische Familiensaga „Am Ende des Regens“ („When the Rain Stops Falling“) erarbeitet. Man könnte es sich einfacher machen, als ein derart vertracktes Stück aufzutischen. Es spricht für das Westbahntheater, dass man sich auch vor schwerer Kost nicht drückt.

Als hauptsächliches Requisit dient ein riesiger, länglicher Tisch (mit Tribüne im Hintergrund, auf der gerade pausierendes Personal im Stand-by verharrt). Am Menüplan steht Fisch, zwar verächtlich kommentiert, jedoch über die Maßen gesund und daher immer wieder aufgetragen im Wege eines „Running Gag“. Sonst gibt es wenig zu lachen, zumal sich die Kreise zweier Familien, der Laws aus England und der Yorks aus Downunder, in Australien kreuzen, zunächst amourös, doch bald schon zunehmend unheilvoll.

Über einen Zeitraum von 80 Jahren erstreckt sich, unter Auflösung jedweder Chronologie, episodenhaft der Handlungsfaden. Stück für Stück wird offengelegt, welche Ungeheuerlichkeiten beiden Familien zugemutet werden.

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Wir sehen Männer, die sich aus unterschiedlichen Gründen verabsentieren: auf der Flucht vor strafrechtlicher Verfolgung, vor der (erklärbaren) Gefühlskälte der Eltern, oder, besonders bitter, weil man es im Lichte selbst gemachter Erfahrungen nicht aushält, geliebt zu werden.

Das Ensemble bemüht sich redlich, diese geballte Ladung an menschlichen Katastrophen wirkungsvoll in Szene zu setzen. Das gelingt gut, pauschal gesprochen. Theater als Teamwork. (mark)


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