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Finale für Österreich im Hexenkessel von Cardiff: „Es geht um alles“

Im Kampf um ein begehrtes WM-Ticket tritt das ÖFB-Team heute (20.45 Uhr/MESZ) in Wales gegen die Nummer 20 der FIFA-Weltrangliste und gegen 33.000 Fans im Hexenkessel Cardiff City Stadium an.

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Im ausverkauften Cardiff City Stadium fallen heute die Würfel, ob Marko Arnautovic und Co. weiter von der WM träumen dürfen.
© gepa

Aus Cardiff: Alex Gruber

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Cardiff – Die Zeit, die rot-weiß-rote Auswahl auf das erste Entscheidungsspiel im WM-Play-off vorzubereiten, war für Franco Foda knapp. Nach nur einem Training in Vollbesetzung in Wien trommelte er gestern beim Abschlusstraining in Wales zum zweiten Mal alle 24 Kaderspieler zusammen. Der Plan, auf Bewährtes und Vertrautes zu setzen, war aber von Anfang an klar.

„Wir wissen, dass es in Wales schwer wird. Aber wir sind bereit. Wir haben eine Riesenchance. Und jeder weiß, um was es geht“, diktierte der 55-jährige ÖFB-Teamchef gestern in die Notizblöcke. Im Wissen, dass es an der Zeit ist, wieder Geschichte zu schreiben.

Teamchef Franco Foda (r.) forderte auch eine gewisse Lockerheit ein.
© APA/Jäger

Denn 24 Jahre ist es schließlich her, dass eine heimische Auswahl die Segel in Richtung einer WM-Endrunde setzte. Und dieser „neuen“ goldenen Generation ist es in jedem Fall zuzutrauen. Dafür benötigt es nicht nur gepflegten Ballbesitz-Fußball, in dem die ÖFB-Elf mit Sicherheit über die Hausherren zu stellen ist, sondern auch große körperliche Robustheit, über 90 oder sogar 120 Minuten voll dagegenzuhalten.

„Es geht um alles. Kleinigkeiten werden entscheiden“

„Es geht um alles. Kleinigkeiten werden entscheiden“, weiß Foda um die berühmten Nuancen, die in einem K.-o.-Spiel keinen Sekundenschlaf erlauben. Zumal Wales mit einer gefestigten Defensive sehr wenig Tore erhält: „Wir dürfen uns im Spielaufbau keine einfachen Fehler erlauben, darauf warten sie nur, um ihr Umschaltspiel an den Tag zu bringen.“

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Den schmerzhaften Grillitsch-Ausfall im zentralen Mittelfeld dürfte der wieder genesene Xaver Schlager kompensieren, Salzburgs Jungbulle Nicolas Seiwald ist eine Option. Offensiv kann Österreich von der Bank (Kalajdzic, Weimann) nachlegen. Die Torhüterfrage wurde freilich auch gestern nicht geklärt, obwohl die „Helden“ auch erst am Elfmeterpunkt feststehen könnten: „Wir habe schon Überlegungen, wer antreten könnte. Man kann das im Training aber nicht matchgerecht simulieren.“

Wir erwarten ein hartes Spiel. Österreich ist ein gutes Team. Aber wir werden alles in hineinwerfen.
Rob Page (Fußball-Teamchef Wales)

Gewinnt Österreich heute, wartet im Juni im Wiener Ernst-Happel-Stadion das finale Entscheidungsspiel gegen Schottland oder die Ukraine. Verliert Österreich, wartet am Dienstag (29.3.) ein bedeutungsloses Freundschaftsspiel und geht die Ära von Foda nach viereinhalb Jahren wohl zu Ende. Der Weg zum Erfolg führt neben einem präzisen und scharfen Passspiel über und hinter die Pressinglinien. Die routinierten Legionäre wie Abwehrchef Martin Hinteregger, Kapitän David Alaba oder Marko Arnautovic sind als Leader gefordert. Ein Potenzial, das Foda natürlich auch Bayern-Spieler Marcel Sabitzer attestiert.

Ob wie erwartet im 4-2-3-1-Mantel oder mit einer kaum vorstellbaren (EURO-)Überraschung mit einer Dreier-Abwehrkette – die Gier, eine Runde weiterzukommen, muss in einem zweikampfstarken Kollektiv spürbar werden. „Bei aller Anspannung darf eine gewisse Lockerheit dennoch nicht fehlen“, mahnt Foda die goldene (emotionale) Mitte ein. In der Hitze einer walisischen Fußball-Nacht will die ÖFB-Elf am Ende glänzen.

🧐 In den Drachen steckt mehr als nur Bale

Sie stehen gemeinsam bei Real Madrid im Kader, haben schon mehrfach die Champions League gewonnen und ziehen logischerweise die Blick­e auf sich – es war klar, dass David Alaba (29) und Gareth Bale (32) gestern am Podium saßen.

„Er ist eine supercoole Person. Dass er sehr torgefährlich ist, Spiele entscheidet und nicht einfach in den Griff zu bekommen ist, ist bekannt. Aber wir müssen auf uns schauen“, blickte Alaba kurz zu Bale. Der walisische Superstar, der bei Real kaum noch zu Einsätzen kommt, wischte Bedenken um seine Fitness vom Tisch: „Ich habe mich in den letzten Tagen gut in Schuss gebracht. Ich bin bereit.“

So weit wie Bale, der von einem der größten Spiel­e seiner Karriere sprach, wollte Alaba nicht gehen. In den vergangenen Tagen habe man des Öfteren über die Bedeutung des Spiels „gewitzelt“. Von ganzem Herzen: „Es geht um sehr viel. Das sind die Spiele, für die wir Fußball leben und lieben.“

Die beiden Real-Stars werden sich herzlich begegnen. Nur auf Bale ist Wales aber nicht zu reduzieren, denn dass die Drachen seit 16 Spiele zuhaus­e ungeschlagen sind, liegt laut Teamchef Rob Page auch am großen Team­spirit: „Wir verdienen, wo wir stehen. Wir haben eine gute Balance im Moment und blicken zuversichtlich auf das Spiel.“ (lex)


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